Shooter-Klassiker

16. November 2017 18:22; Akt: 16.11.2017 18:28 Print

«Call of Duty WWII» im Kreuzfeuer der Kritik

Es ist eines der meisterwarteten Games des Jahres. Doch an «Call of Duty: WWII» scheiden sich die Geister.

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Seit kurzem erhältlich: Der Shooter «Call of Duty: WWII».

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Leichen, Kugeln, Schreie, Kanonendonner. Nach einigen inhaltlichen Irrwegen hat die «Call of Duty»-Reihe diesen Herbst mit dem programmatischen «WWII» (ab 18 Jahren, für PC, PS4 und Xbox One, erschienen) wieder zu ihren Ursprüngen zurückgefunden. Nach Abenteuern unter anderem in abgefahrenen Science-Fiction-Szenarien steht nun also wieder Historisches im Zentrum. Will heißen, die grausige Realität des Zweiten Weltkriegs.

Die Singleplayer-Kampagne wirft den Spieler nach einer kurzen Vorstellung der wichtigsten Charaktere mitten hinein ins Kriegsgeschehen. Als US-Soldat landet man am D-Day am berühmten Strand in der Normandie. Hinten und vorne, rechts und links werden Kameraden abgeschlachtet; «Saving Private Ryan» lässt grüssen. Trotzdem kämpft man sich zu den Bunkern der Wehrmacht durch. Im weiteren Verlauf sieht man erhängte Zivilisten, verstümmelte Opfer, zerfetzte Leichen. Realistischer war «CoD» nie. Brutaler auch nicht.

Diskussion um Spielspaß

Dass ein solcher Inhalt Diskussion auslösen wird, war klar. Denn die Frage, wie viel Spaß ein Shooter machen darf, der in einem historischen Umfeld spielt, ist alles andere als neu. Auch EAs «Battlefield»-Reihe kriegt regelmäßig ihr Fett weg. Dennoch hat die ultrarealistische Umsetzung «CoD: WWII» ins Kreuzfeuer der Kritik gerückt. Denn im Gegensatz zum fast zeitgleich veröffentlichten «Wolfenstein 2: The New Colossus» fehlt dem WW2-Shooter jene Over-the-top-Attitüde, die ein allfälliges schlechtes Gewissen dämpfen könnte.

Es hilft auch nicht, dass «CoD: WWII» zumindest punktuell auch einen erzieherischen Anspruch vorweisen kann. Immer wieder werden Informationen zum Zweiten Weltkrieg eingespielt. Daten werden erklärt, Schlachten werden eingeordnet, Opferzahlen genannt. Doch das Ganze wirkt nicht durchdacht. «Der Holocaust, die Judenverfolgung, der Aufstieg des Nationalsozialismus finden lediglich als Fußnote statt», kritisiert etwa die deutsche «Zeit».

Gut, aber nicht originell

Mehr noch als über geschichtliche Mängel ärgern sich viele Spieler jedoch über die fehlende Originalität. Altbacken und uninspiriert sei das Game, so der Tenor auf Metacritic.com. Dazu drücken erhebliche technische Mängel im Multiplayer-Modus sowie der teure Preis auf die Stimmung. Ein Nutzer fasst zusammen: «Das Gameplay hat sich seit zehn Jahren nicht verändert, die Engine ist veraltet und die geplante Abzocke durch Mikrotransaktionen ist ein schlechter Scherz.»

Anders sehen es viele Fachmagazine. Dort wird «CoD: WWII» als technisch toll gemachter Shooter gefeiert, der zwar keine neuen Maßstäbe setze, dafür genau das liefere, was man von der Reihe erwarte. Zumal der Nazi-Zombie-Modus wirklich Spaß mache. So schreibt Gamecrate.com: «Das Spiel ist wie ein Lachssteak – wenn man Fisch mag, wird man es lieben. Sonst sollte man sich lieber einen Burger holen.»

(L'essentiel/srt)

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