Hakenkreuze

10. August 2018 09:56; Akt: 10.08.2018 09:59 Print

Deutschland erlaubt Nazi-​​Symbole in Video-​​Games

Die Altersfreigabestelle USK ändert ihre Praxis bei der Prüfung von Spielen. Künftig dürfen Nazi-Symbole in Spielen gezeigt werden.

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In Computer- und Videospielen in Deutschland können künftig Nazi-Symbole wie Hakenkreuze gezeigt werden. Die Prüfstelle Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) gab am Donnerstag eine Änderung ihrer Praxis bei der Altersfreigabe von Spielen bekannt, in denen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet werden. Demnach kann die USK bei einer Prüfung künftig die sogenannte Sozialadäquanzklausel aus dem Strafgesetzbuch miteinbeziehen.

Artikel 86a des deutschen Strafgesetzbuchs stellt grundsätzlich die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe. Es gibt aber Ausnahmen, beispielsweise wenn die Verwendung «der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte» dient. Diese Sozialadäquanzklausel wird bereits bei Filmen angewandt, nicht aber bei Computer- und Videospielen.

Dreieck statt Hakenkreuz

In Videospielen wie «Call of Duty» oder «Wolfenstein II», in denen Nazis eine wichtige Rolle spielen, wurden NS-Symbole für den deutschen Markt deswegen abgeändert – etwa das Hakenkreuz in ein Dreieck. Die USK, die für die Prüfung von Spielen zuständige Einrichtung der Computerspielewirtschaft, wird jetzt ebenfalls prüfen, ob die Verwendung solcher Symbole sozialadäquat ist. Dies sei wegen einer «veränderten Rechtsauffassung der zuständigen Obersten Landesjugendbehörde möglich».

«Durch die Änderung der Rechtsauffassung können Spiele, die das Zeitgeschehen kritisch aufarbeiten, erstmals mit einem USK-Alterskennzeichen versehen werden», erklärte USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker. «Dies ist bei Filmen schon lange der Fall und auch im Hinblick auf die Kunstfreiheit richtigerweise jetzt auch bei Computer- und Videospielen.»

Glorifizierung ist verboten

Welt.de schreibt dazu: «Eine Garantie für eine Veröffentlichung solcher Games ist dieser Beschluss allerdings nicht. Spiele, die verfassungsfeindliche Symbole glorifizieren, fallen natürlich nicht unter die Sozialadäquanzklausel und bleiben weiterhin verboten.» In der Schweiz sind Nazi-Symbole in Games nicht verboten.

Zugleich bekräftigte die USK, am grundsätzlichen Verbot der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen habe sich nichts geändert. «Daher verlangt eine Entscheidung über eine Altersfreigabe immer die Prüfung im Einzelfall und stellt keine generelle Ausnahme dar.»

(L'essentiel/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Apple_1991 am 10.08.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat as dach wirklech eng deck sauerei

  • iron am 10.08.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber unter gerechtfertigten auflagen könnte es erlaubt werden, den das gesetz das das verbietet kann nicht so einfach geändert werden, also bevor gepostet wird sich erst richtig infimieren bitte

Die neusten Leser-Kommentare

  • iron am 10.08.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber unter gerechtfertigten auflagen könnte es erlaubt werden, den das gesetz das das verbietet kann nicht so einfach geändert werden, also bevor gepostet wird sich erst richtig infimieren bitte

  • Apple_1991 am 10.08.2018 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat as dach wirklech eng deck sauerei