Scorpion Dagger

16. Juni 2017 16:54; Akt: 16.06.2017 16:54 Print

«GIFs sind die Dinosaurier des Internets»

Der Kanadier James Kerr hat sich im Web einen Namen als GIF-Künstler gemacht. Im Interview erzählt er, was ihn an den animierten Bildern fasziniert.

storybild

Die Kombination von Gemälden aus der Renaissance und dem modernen Alltag ist Scorpion Daggers Markenzeichen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die GIFs von James Kerr sind einzigartig. Er kombiniert Gemälde aus der Zeit der Renaissance und stellt sie in einen Bezug mit dem heutigen Leben. Beispielsweise flirtet Adam mit Eva auf Instagram (ganz unten). So erschafft er animierte Collagen, die eine völlig neue Geschichte erzählen und in einem klaren Stil daherkommen.

Im Netz ist der in Vancouver lebende Künstler unter dem Namen Scorpion Dagger bekannt. Wir haben ihn zu seinen witzigen und teilweise provozierenden Animationen befragt.

Warum glauben Sie, sind GIFs so erfolgreich?

Das Format ist einfach zu erstellen und einfach zu teilen. Man schaut sich eher ein GIF an, weil es nicht lange dauert und es sich nach ein paar Sekunden wiederholt. Das eignet sich perfekt für die immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen.

Hat das Format etwas, das es heutzutage speziell ansprechend macht?

Ich denke, dass GIFs hauptsächlich Spaß machen. Sie bringen praktisch immer eine Art von Humor mit sich. Zusammen mit ihrer Schlichtheit macht sie das zu einer Art Antithese moderner Technologie. Es sind 256-farbige Außenseiter, die sich weigern, auszusterben. GIFs sind die Dinosaurier des Internets.

Warum haben Sie sich entschieden, animierte Kunstwerke zu kreieren?

Ich habe im Jahr 2012 damit begonnen, GIFs zu machen. Ich war davon begeistert, wie schnell ich sie kreieren konnte. Toll fand ich auch, dass ich keine Geschichte erzählen musste, die länger als ein paar Sekunden dauert. Damals war ich auf der Suche nach einem neuen Kunstprojekt und beschloss, ein ganzes Jahr lang jeden Tag ein GIF zu erstellen. Schlussendlich kam ich diesem Ziel ziemlich nahe. Ich wollte weitermachen, weil ich den Prozess mochte.

Sie nehmen Gemälde aus der Renaissance und kombinieren sie mit modernen Elementen. Welche Idee steckt dahinter?

Bei den ersten Arbeiten machte ich Collagen aus Altpapier und Leim, die ich dann scannte. Nachdem ich beschlossen hatte, jeden Tag eine Animation zu machen, musste ich mich nach einer neuen Quelle umsehen. Einmal nutzte ich ein Gemälde von Giotto. Ich merkte dann, dass ich regelmäßig Material aus dieser Epoche verwendete. Es war zuerst nicht beabsichtigt, aber ich fokussierte mich immer mehr darauf. Es machte mir Spaß, für die alten Figuren eine neue Welt zu erschaffen, in der sie weiterleben konnten.

Ist die Kreation einer interessante Kurzgeschichte schwieriger als die Kreation einer längeren Geschichte?

Auf keinen Fall. Ich habe zwar versucht, längere Animationen zu erschaffen. Nach ein oder zwei Minuten blieb ich aber immer hängen. Zwar habe ich schon einen Kurzfilm in der Mache, ich kann mich aber nicht wirklich dazu motivieren, daran zu arbeiten. Auch wenn ich ihn eines Tages fertigstellen sollte, würde ich zögern, ihn zu veröffentlichen. Bei den kürzeren Formaten ist es nicht so schlimm, wenn man mit einer Arbeit nicht hundertprozentig glücklich ist. Man macht einfach weiter. Ich mag es, schnell zu arbeiten, Fehler zu machen und diese in der Animation zu lassen.

(L'essentiel/swe)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.