Datendiebstahl

20. März 2018 07:36; Akt: 20.03.2018 07:38 Print

Ihr Facebook-​​Foto prangt auf Pullis von Modekette

Vorsicht ist geboten mit persönlichen Daten, die man im Internet preisgibt. Was aber, wenn das eigene Facebook-Profilbild geklaut und auf Kleider gedruckt wird?

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Facebook, Instagram, Snapchat, Tumblr —fast jeder hat heutzutage ein Social-Media-Profil. Genutzt werden sie, um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben, um sich zu informieren und um seine Bilder zu teilen. Genau Letzteres ist jetzt Ivana Ambrosic aus Österreich zum Verhängnis geworden.

Nur durch einen Zufall hat sie erfahren, dass eines ihrer Facebook-Profilbilder jetzt auf einem Pulli gedruckt ist — ohne ihr Wissen oder Einverständnis. «Wir waren alle verwundert, wie das dorthin kam. Ich war total schockiert» erzählt Ambrosic in der ORF-Sendung «Bürgeranwalt».

«Bist das nicht du auf dem Foto?»

Bei dem Bild handelt es sich um ein Selfie, dass sie im Jahr 2011 auf das soziale Netzwerk geladen hat. Entdeckt wurde der Pullover mit dem Selfie von ihrer Schwägerin in einem Kleidergeschäft in der Schweiz. Sofort habe sie ihr per Whatsapp ein Bild gesendet: «Bist das nicht du auf dem Foto?» Bei besagtem Geschäft handelt sich um eine Filiale der Modehauskette Chicorée.

Doch wie kam das Selfie auf den Pulli? Chicorée hat auf diese Frage keine Antwort. «Wir können uns den Fall aktuell nicht erklären. Dieser Artikel stammt nicht aus unserer eigenen Produktion, er wurde über einen unabhängigen Zwischenhändler eingekauft», heißt es auf Anfrage.

Wem gehören meine Bilder?

Nun ist ein weiterer Pulli mit Ambrosics Bild aufgetaucht, dieses Mal einer des Bekleidungsunternehmens Colloseum mit Filialen in Österreich und Deutschland. Die Frau hat nun ihren Anwalt eingeschaltet, der rechtlich gegen die beiden Modehäuser vorgehen will. Sie fordert eine Entschädigung für die Nutzung.

Dies sei laut Experten ihr gutes Recht. «Die Rechte des Profilbildes liegen grundsätzlich beim Nutzer, wenn er Urheber ist oder die Rechte daran erworben hat», erklärt Claudia Keller, Rechtsanwältin bei Wenger & Vieli AG. Verhindern könne man einen Diebstahl aber nicht. «Egal wie hoch die Privatsphäre-Einstellungen sind, das Profilbild ist immer öffentlich und für alle sichtbar», erklärt Digital-Experte Aldo Gnocchi. In solchen Fällen könne man nur rechtlich gegen den Missbrauch vorgehen. Das bestätigt Keller: «Liegt eine Urheberrechts- oder eine Persönlichkeitsrechtsverletzung vor, kann Unterlassung und unter Umständen Schadenersatz/Genugtuung verlangt werden.»

Datendiebstahl ist in Mode

Ivana ist mit ihrem Problem nicht allein. Auch mehrere Künstler, die ihre Werke auf der Social-Media-Plattform Instagram gepostet haben, sind davon betroffen. So beispielsweise die Designerin Tuesday Bassen. Auch sie erfuhr nur durch Zufall — nämlich ihre Fans — dass die spanische Modekette Zara ihre Designs eins zu eins kopiert hat. Genau wie Ivana Ambrosic hat die Künstlerin ebenfalls rechtliche Schritte eingeleitet.

Nicht nur Zara, auch die Unternehmen Urban Outfitters und Forever 21 wurden schon des Öfteren beschuldigt, ihre Designs von unabhängigen Künstlern gestohlen zu haben. Die Seite Shop Art Theft macht solche Diebstähle sichtbar.

(L'essentiel/vhu)

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