Volldampf voraus

01. Oktober 2013 17:38; Akt: 01.10.2013 17:47 Print

Steams Frontalangriff auf Playstation und Co.

Spielentwickler Valve bringt ein eigenes Betriebssystem, das herkömmlichen Spielekonsolen mächtig Dampf machen dürfte.

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Mit drei Ankündigungen, verteilt auf eine Woche, haben die Macher hinter «Half-Life», «Portal» und «Left 4 Dead» die Spielbranche in Atem gehalten. Der vor zehn Jahren gestartete Online-Dienst Steam ist mittlerweile die führende digitale Vertriebsplattform für PC-Spiele. Nun hat Valve die Katze aus dem Sack gelassen und mit dem SteamOS, den Steam Machines und dem Steam Controller ein Gesamtpaket für die heimische Stube präsentiert.

Was mit Big Picture Mode seinen Anfang nahm, wird nun in ein eigenständiges auf Linux basierendes Betriebssystem umgewandelt. Big Picture vereinfacht durch eine neue Oberfläche die Steuerung von Steam am Fernseher. Das neue System wird kostenlos und offen zugänglich für alle sein. SteamOS soll nicht nur wesentlich effizienter mit Hardware-Ressourcen umgehen, sondern erlaubt auch das Streamen von Spielen vom heimischen PC aus. Denn von den tausenden von Spielen in der Steam-Bibliothek laufen bisher nur ein paar Hundert auf Linux. Neben Games wird man auch Zugang zu Musik und Filmen haben.

Steam Machines in allen Variationen

Die zweite Ankündigung betraf die Steam Machines. Bereits seit längerem war bekannt, dass Valve an einer eigenen Box arbeitet. Nun ist offiziell bekannt, dass Valve eine eigene Serie von Konsolen ähnlichen Mini-PCs produzieren wird. 300 Stück werden in einer Beta-Phase an Tester abgegeben. Die Anmeldung läuft noch bis am 25. Oktober. Daneben werden aber auch Dritthersteller Steam Machines in unterschiedlichen Preissegmenten fertigen - ähnlich wie bei Android-Geräten. Wer die Hardware-Partner sind, darüber schwieg sich Valve aus. Auch über konkrete Hardware-Details und Kosten.

Gelingt Valve die Controller-Revolution?

Die dritte und letzte Ankündigung war wahrscheinlich auch die spannendste. Valve präsentierte einen eigenen Controller. Das herausragendste Merkmal sind die fehlenden Analog-Sticks. Stattdessen hat der Controller zwei «Eulenaugen», die auf Touch-Eingabe reagieren. Damit soll sich die gesamte Steam-Bibliothek spielen lassen - von Strategiespielen bis zu Ego-Shootern. Haptisches Feedback ersetzt die von Xbox und PS3-Controllern bekannte Rumble-Funktion. In der Mitte des Controllers befindet sich ein Touchbildschirm, der auch geklickt werden kann. Der ganze Controller soll sich bei Bedarf frei konfigurieren lassen und ist hackbar - sowohl auf Software-Basis als auch physisch bis hin zur elektrischen konfiguration. Erste Meinungen von Entwicklern, die das Teil bereits testen durften, klingen begeistert berichtet der Game-Blog Kotaku.

Steam kann bei seiner Expansion auf ein starkes Fundament von 50 Millionen Nutzern zählen. User, die bereits über eine potente Gaming-Machine verfügen, könnten dennoch an einer günstigen Steam Machine interessiert sein. Statt meterlange Kabel zu verlegen, bietet die Streaming-Option ein einfache Methode, um die gesamte Steam-Bibliothek auf dem Grossbildschirm im Wohnzimmer zu spielen. Um Konsoleros zu überzeugen, müsste der Preis sowie die Anzahl Spiele, die direkt auf der Steam Machine laufen, stimmen. Microsoft gab derweil bekannt, dass man sich nicht vor Valve fürchte. Ob zurecht oder nicht wird man frühestens 2014 erfahren, dann soll Steams Wohnzimmerlösung erscheinen.

(L'essentiel Online/pru)

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