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22. September 2017 09:39; Akt: 22.09.2017 15:12 Print

Super Mario Odyssey wird absolut überragend

Auf der Gamescom wurde Super Mario Odyssey als bestes Spiel ausgezeichnet. Wir konnten das Spiel bereits anzocken.

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Vier Jahre nach Super Mario World 3D geht es endlich wieder auf Abenteuertour mit dem Klempner. (Bild: Nintendo)

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Bisher galt The Legend of Zelda: Breath of the Wild nicht nur als Vorzeigetitel für die Nintendo Switch, sondern auch als eines der besten Spiele aller Zeiten. Und eins steht fest: Die Tage des Zelda-Triumphs scheinen vorbei.

Gar nicht lang darum herum geschrieben: Ohne Zeitbegrenzung hat es Nintendo gestattet, dass drei der im Spiel enthaltenen Königreiche gezockt werden können. Endlich! Vier Jahre nach Super Mario World 3D geht es endlich wieder auf Abenteuer. Wobei klar ist: Super Mario Odyssey ist ein ganz neues Gameplay-Gefühl und setzt zudem äußerst starke Story-Zeichen, wie man sie bisher im Mario-Universum nicht gekannt hat.

Während Mario im finalen Spiel eine Weltreise um den Globus antreten wird, mussten wir uns auf die Königreiche Hutland, Küstenland und Schlemmerland beschränken. Vielleicht ist es der Nintendo-Auswahl geschuldet, aber die Welten sehen nicht nur komplett unterschiedlich aus, sondern lassen sich auch unterschiedlich spielen. Screenshots aus anderen Welten lassen aber vermuten, dass sich dies durch das ganze Spiel ziehen wird.

Mario wird zum Touristen

Super Mario Odyssey ist in allen Bereichen wie eine Weltreise gestaltet. Angefangen über sein Luft-/Raumschiff, das über eine Weltkarte navigiert wird, über die verschiedenen Währungen der jeweiligen Königreiche, die Fotofunktion mit Filter- und Selfie-Funktionen bis hin zu den jeweils passenden Kleidungen, den Levelübersichtskarten in Reiseführerform und den Fernrohr-Robotern um Level auszuspionieren.

Ein Beispiel gefällig? Im Schlemmerland schaue ich Touristen-gleich durch einen Ausguck und entdecke eine Welt, die aus Käse, Fleisch und flüssiger Lava, vermutlich aus Kaugummi, besteht. Als Währung sammle ich hier zwischen den Gegnern Tomaten-Münzen, mit denen ich mir im Shop eine Kochmütze samt dazu passender Bekleidung kaufe. Schnell ein Foto davon gemacht, schon geht es in einen Abschnitt, zu dem ich nur als Koch verkleidet vorgelassen werde. Ein irrer Spaß.

Die Kopfbedeckung macht's aus

Die Hutland wiederum präsentiert sich im Filz-Stil und teilweise als düstere Noir-Umgebung, das Küstenland (in dem wir stilecht in Badehose und oben ohne herumwandern und schwimmen können) voller Sandhügel und Meerestiefen. Warum eigentlich die Reise um die Welt? Zu viel wollen und können wir auch nicht verraten, doch für Mario geht es wieder darum, Prinzessin Peach zu retten, die Bowser in Heiratsabsicht entführt hat. Unterstützung bekommt Mario dabei ab dem Hutland von einem Geister-Zylinder, dessen Schwester Tiara (ja, wirklich der Kopfschmuck) ebenfalls entführt wurde.

Klingt alles etwas seicht, ist aber in Videosequenzen grenzgenial umgesetzt und offenbart auch neben vielen Lachern eine Menge Spannung. Mit unserem Helfer am Kopf ziehen wir los, die Prinzessin zu retten. Der Hut ist es auch, der zentrales Thema des neuen Super Mario Odyssey ist. Er kann nun geworfen werden, um Gegner auszuschalten oder den Weg freizuräumen. Aber er kann viel mehr als nur das. Wird er auf den Kopf eines Gegners geworfen, kann Mario in dessen Haut schlüpfen und die Angriffe und Bewegungen des Feindes selbst ausführen.

Lustiges Gestaltwandeln

Dieses Hut-Schmeißen und Verwandeln will einfach nicht langweilig werden. Im Schlemmerland etwa verbrennt sich Mario an der heißen Lava, kann aber einen Feuerball-Feind "capern" (so nennt Nintendo die Verwandlung) und infolge durch die heiße Lava schwimmen und springen. Landet er dabei an Land, wird er wieder zu Mario, weil der Feuerball an Land nicht überleben kann. Allerdings kann man angreifende Lava-Tomaten-artige Wesen zerplatzen lassen und so Lava-Pfützen an Land schaffen, in denen man sich fortbewegt.

Andererseits kann Mario seinen Hut auch auf Fähnchen schmeißen und sich dann von Fähnchen zu Fähnchen schnippen, um Areale zu erreichen, zu denen er als normale Spielfigur nicht gelangen kann. Solche Areale und Geheimnisse gibt es in Super Mario Odyssey zuhauf, schon in den drei Welten bin ich durch Zufall auf vier oder fünf gestoßen.

Überzeugendes Gameplay

Auch Verwandlungsmöglichkeiten gibt es Dutzende geben. So schlüpfte ich in die Rolle eines Gumbas, um weitere Gumbas zu einem Turm aufzustapeln und eine Gumba-Frau zu bezirzen; in die eines Cheep-Cheep-Fischs, um Unterwasser keine Atemprobleme zu bekommen; oder eines Tintenfischs, um mich per Wasserstrahl hochschleudern zu können. Nur wer die Verwandlungen geschickt ausnutzt, kann die Monde kapern, die man zum Fortkommen im Spiel sammeln muss.

So vielfältig das Gameplay ist, so vielfältig kann Mario auch gesteuert werden. Entweder im Handheld-Modus mit an- oder abgekoppelten Joy-Con oder (aufgrund der tollen Grafik meine Empfehlung!) im TV-Modus mit den Joy-Con oder dem Pro-Controller. Überragend ist das Spielen mit den Joy-Con, denn so vielfältig wurden die Feedback-Funktionen der kleinen Controller noch nicht ausgenutzt. Hier vibriert und zuckt der Joy-Con passend zu den Geschehnissen, und das nicht aufdringlich, sondern gut geplant.

Erkunden statt erkämpfen

Auch die generelle Steuerung funktioniert gut. Klassische Gamer können ihren Hut etwa mit der Y-Taste werfen, wer es innovativer mag, bewegt aber einfach die Joy-Con in die gewünschte Richtung, in die der Hut fliegen soll. Das Besondere dabei: hat man den Kniff erst heraußen, kann man dem Hut sogar einen Drall geben oder sich flüssig bewegen und gleichzeitig die jeweilige Hut-Funktion ausführen.

Super Mario Odyssey legt nun auch viel weniger Wert auf das erreichen von Höchstpunktezahlen, sondern lädt lieber zum Erkunden einer in den Königreichen offenen Spielewelt ein. Man muss nicht zwingend direkt auf das Ziel, den zu sammelnden Mond, losrennen, sondern kann erst einmal eine andere Richtung einschlagen und einen Schatz zu bergen versuchen. Die Monde braucht man übrigens zum Betanken des Raumschiffs, um die Weltreise fortsetzen zu können.

Hommage an Mario-Fans

Super Mario Odyssey ist neben den zahlreichen innovativen Elementen auch eine Hommage an jahrelange Mario-Fans. Es finden sich die aus Super Mario 64 bekannten Gemälde wieder, in Shops oder dem Raumschiff erinnern Sammelstücke an die einzelnen Mario-Titel und auch in den Leveln wird man die eine oder andere Überraschung aus einem älteren Mario-Game antreffen können.

Genervt von den Hammer-Brüdern? Wie genial ist es bitte, dass man jetzt einfach einen der Gesellen capern kann und dem zweiten Bruder seine eigenen Waffen mit ruckartigen Joy-Con-Bewegungen um den Panzer pfeffert? In Super Mario Odyssey sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. An jeder Ecke wartet ein Geheimnis, das entdeckt werden will und die Story macht einfach gewaltig viel Spaß.

Gut zwei Stunden verbrachte ich in der Hands-on-Version des Games. Meinetwegen hätten es auch zwei Wochen sein können, ohne dass mir langweilig geworden wäre. Super Mario Odyssey wird, nach dem was ich erleben durfte, absolut überragend. Ich jedenfalls weiß, was ich ab dem 27. Oktober mache. Mir zwei Wochen Urlaub nehmen, um ganz in die Königreiche von Super Mario Odyssey versinken zu können.

(L'essentiel)

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