Verkauf eingebrochen

11. April 2013 09:47; Akt: 11.04.2013 09:54 Print

Versetzt Windows 8 dem PC den Todesstoß?

Der PC ist offenbar ein Auslaufmodell: In diesem Jahr sind die Verkäufe massiv zurückgegangen. Schuld sind der Siegeszug der Tablets – und der Flopp von Windows 8.

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Windows 8 sieht zwar schick aus - aber die Benutzer scheinen sich nicht damit anfreunden zu können. Auch weil das Betriebssystem teure Hardware braucht. (Bild: Keystone/AP/Kin Cheung)

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Einbruch statt Aufbruch am PC-Markt: Eigentlich sollte Windows 8 den Vormarsch von Tablet-Computern wie Apples iPad stoppen und die Wende bei den dahinschmelzenden PC-Verkäufen bringen. Doch nach Ansicht der Marktforschungsfirma IDC hat Microsoft die Situation mit seinem neuen Betriebssystem nur noch verschlimmert.

Laut IDC fielen die PC-Auslieferungen im ersten Quartal um beinahe 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 76,3 Millionen Stück. Einen schlimmeren Absturz habe es seit Beginn der Datenerhebungen im Jahr 1994 nicht gegeben, erklärten die Marktforscher am Mittwoch. Als PCs definieren sie Desktopcomputer, Laptops und Mini-Notebooks.

Abstieg beschleunigt statt gebremst

«Es scheint klar, dass die Veröffentlichung von Windows 8 nicht nur dahingehend gescheitert ist, den PC-Markt anzukurbeln», sagte IDC-Analyst Bob O'Donnell. «Es scheint sogar, dass der Markt abgebremst wurde.»

Nach seiner Ansicht könnten sich die Kunden einfach nicht an die Software gewöhnen. Als Gründe führte er die radikal andere Bedienung des Betriebssystems mit seinen bunten Kacheln an sowie den Wegfall des vertrauten Start-Buttons. Zudem seien manche PCs durch den Einbau von berührungsempfindlichen Bildschirmen teurer geworden.

Rapider Verkaufsrückgang überrascht

Die Marktforscher zeigten sich vor allem deshalb besorgt über den rapiden Verkaufsrückgang, weil sich die Wirtschaft etwas erholt habe und viele neue attraktive PC-Modelle auf den Markt gekommen seien. «Microsoft muss einige schwere Entscheidungen für die Zukunft treffen, wenn das Unternehmen dabei helfen will, den PC-Markt wiederzubeleben», sagte O'Donnell.

Bereits seit einiger Zeit verkaufen sich PCs schlechter, weil vor allem viele private Nutzer auf eine Neuanschaffung verzichten und stattdessen zu einem Tablet-Computer greifen oder sich mit ihrem Smartphone begnügen. «Die geringeren Auslieferungen an sich waren keine Überraschung, aber die Heftigkeit des Rückgangs», sagte IDC-Experte David Daoud. Die Branche müsse nun darum kämpfen, «für den Kunden relevant zu bleiben».

Lenovo aus China bildet Ausnahme

Neben Microsoft bekamen auch einige große PC-Hersteller ihr Fett weg, namentlich Hewlett-Packard und Dell. Bei HP läuft ein groß angelegter Umbau; um Dell tobt eine Übernahmeschlacht. Das habe die Nachfrage von Kundenseite weiter abgeschwächt, erklärte IDC. Als rühmliche Ausnahme führten die Marktforscher den chinesischen Hersteller Lenovo an, der seine Auslieferungen den Daten zufolge stabil halten konnte.

Weltgrößzer PC-Hersteller ist demnach weiterhin HP knapp vor Lenovo. Es folgen Dell, Acer und Asus. Besonders Acer und HP mussten den Zahlen zufolge massive Rückgänge hinnehmen. Apple habe sich mit seinen Mac-Rechnern besser als der Markt geschlagen, berichtete IDC. Aber selbst der erfolgsverwöhnte kalifornische Konzern musste Einbußen hinnehmen. Mit dem iPad und iPhone hatte Apple selbst den Umbruch angestoßen.

(L'essentiel Online/hhs/sda)

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