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29. April 2021 20:30; Akt: 29.04.2021 20:45 Print

Aktivisten finden Schlupfloch für Alkohol-​​Werbung

Einer australischen Gruppe ist es gelungen, auf Facebook verbotene Werbung für Jugendliche zu erstellen. Nun verlangen sie eine stärkere Regulierung durch die Behörden.

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Jugendschutz und -sicherheit ist auf Social Media stets ein großes Thema. Dass dessen Umsetzung aber nicht in allen Fällen klappt, zeigt ein neuer Bericht der Gruppierung Reset Australia, die sich dafür einsetzt, das Profilieren von unter-18-Jährigen im Internet stark einzuschränken.

Eigentlich erlaubt es Facebook nicht, gezielt Werbung für Minderjährige zu schalten, in welcher Substanzen wie Alkohol angepriesen werden. Um dies zu testen, hat Reset Australia eine falsche Facebook-Site unter dem Namen «Ozzie News Network» angelegt. Von dort aus gelang es der Gruppierung, Werbung für Cocktail-Rezepte gezielt für 52’000 australische Teenager anzulegen.

Werbung für Freischaltung genehmigt

Möglich war dies, da die Altersgruppe der 13- bis 17-Jährigen für Werbezwecke laut dem Bericht von Reset Australia in dieselben Interessensgruppen wie Erwachsene aufgeteilt werden können. So konnte die Organisation beispielsweise erkennen, dass von den 740.000 australischen Minderjährigen, für welche die falsche Site potenziell Werbung schalten durfte, 14.000 Jugendliche Interesse an Glücksspiel gezeigt hatten, oder dass 1000 weitere Minderjährige dieser Gruppe an Rauchen interessiert sind. Auch nach Interessen wie extremen Diäten, Online-Dating oder Fast Food konnte gefiltert werden.

Um die Grenzen der Facebook-Regulierung weiter zu testen, erstellte Reset Australia eine Reihe an Werbungen, die eine mögliche Chance auf einen Gewinn erwähnten oder die Frage aufwarfen, ob die Minderjährigen denn «bereit für den Sommer» seien. Tatsächlich wurden diese Werbungen zur Freischaltung genehmigt – auch jene mit dem Cocktailrezept, da diese nicht direkt Alkohol anpries. Die Gruppierung sah jedoch davon ab, die Test-Werbungen tatsächlich aufzuschalten.

Appell an Behörden

Reset Australia hat schon in der Vergangenheit scharfe Kritik an Online-Plattformen geäußert und ruft die Behörden nun dazu auf, eine Regelung gegen das Sammeln und Auswerten von Daten von Minderjährigen einzuführen. «Es scheint so, als ob Facebook die Daten von Teenagern in gleicher Art und Weise benutzt wie jene von Erwachsenen», sagt Chris Cooper, Executive Director von Reset Australia zu The Guardian. «Aber sollte eine 13-Jährige, die ihren Status auf Single setzt, wirklich Werbung ausgespielt bekommen, in der ein Sugardaddy-Dating-Service angeboten wird?»

Facebook hält jedoch daran fest, dass alle Werbungen einer genauen Überprüfung unterzogen werden – und auch nach der Veröffentlichung immer wieder überprüft werden können. «Junge Menschen auf Facebook und Instagram sicher zu halten, ist enorm wichtig», sagt ein Facebook-Sprecher zu The Guardian. «Alle, die auf unserer Plattform Werbung schalten möchten, müssen unsere Richtlinien und die lokale Gesetzgebung einhalten – dazu gehört auch das Gesetz in Australien, dass Werbung mit Alkohol für Minderjährige nicht erlaubt ist.»

Um dies sicher zu stellen, gebe es auf ihrer Plattform Tools, die Werber nutzen können, um ihre Angebote für bestimmte Nutzergruppen zu sperren. «So können die Unternehmen selbst festlegen, welche Altersgruppen ihre Inhalte sehen können und welche nicht.»

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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