Hass-Inhalte

21. Januar 2021 13:20; Akt: 21.01.2021 13:41 Print

Apple soll Telegram aus dem App Store verbannen

Gegen Apple ist eine Klage eingereicht worden. Die Forderung der Kläger: Telegram soll aus dem App Store verschwinden, denn dort werde viel Rassismus und Hassrede verbreitet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Apple muss sich einer neuen Klage stellen. Grund dafür ist dieses Mal die App Telegram. So klagt der ehemalige US-Botschafter Marc Ginsberg und seine Non-Profit-Organisation «Coalition for a Safer Web» gegen den Tech-Giganten, weil die Chat-App Telegram zur «Anstachelung religiöser und rassistischer Gewalt» benutzt werde. Apple sei dies bewusst und müsse daher sofort handeln.

Konkret verlangt Ginsberg, dass Apple Telegram gänzlich aus dem App-Store verbannt. Schließlich sei Apple dafür verantwortlich, seine Nutzer vor Gewaltaufrufen durch Extremisten zu schützen, heißt es im Schreiben der Non-Profit-Organisation. Außerdem sollten die Dienste von Apple nicht dafür missbraucht werden dürfen, Hassinhalte und Hassrede zu verbreiten. Tatsächlich würden die Inhalte, die über Telegram verbreitet werden, deutlich gegen die Nutzungsbedingungen von Apple verstoßen.

«Schlimmer als Parler»

Ginsberg vergleicht Telegram mit der mittlerweile im App Store gesperrten App Parler. Die Nachrichten, die über Telegram verschickt würden, seien demnach noch viel schlimmer als die Inhalte, die auf Parler zu finden waren. Denn die App habe sich zum «bevorzugten Kommunikationskanal» für Neonazis und White-Supremacy-Gruppen entwickelt. Gegenüber der Washington Post nennt Ginsberg die App sogar einen «Superspreader für Hassrede».

Daher habe die «Coalition for a Safer Web» die Klage am Sonntag eingereicht. Man habe keine andere Lösung mehr gesehen, nachdem man Apple bereits seit Monaten immer wieder auf die rechtsextremen Inhalte in Telegram aufmerksam gemacht habe. Eine Reaktion des Tech-Giganten sei ausgeblieben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die App Telegram aus dem App Store verschwindet. Bereits im Jahr 2016 warf der Konzern die App kurzzeitig aus seinem Sortiment, da die Moderation der Inhalte nicht nach den Vorgaben von Apple durchgeführt worden sei. So soll laut Heise.de beispielsweise Kinderpornografie über den Chat-Dienst verbreitet worden sein. Daraufhin hatte Telegram gegen Apple eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.