WW2-Shooter

30. April 2017 16:28; Akt: 30.04.2017 16:34 Print

«Call of Duty» macht auf «Saving Private Ryan»

«Emotional düster» und «optisch herausragend» soll das neue «Call of Duty» werden. Und nicht zu vergessen: sehr brutal.

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Eines kann man der «Call of Duty»-Reihe sicher nicht vorwerfen – nämlich dass sie sich nicht immer wieder neu erfunden hätte. Mit dem Shooter-Klassiker ist man schon durch die Zeit gereist und hat von der Kuba-Krise bis hin zur Bedrohung durch künstliche Intelligenz so ziemlich jedes militärische Bedrohungsszenario durchgespielt. Jetzt kehrt die Reihe wieder zum Zweiten Weltkrieg und damit zu ihren Ursprüngen zurück.

Nach Abstechern in die Gegenwart und die Zukunft erscheint mit «WWII» (ab 3. November für PC, PS4 und Xbox One) also ein Titel mit jenem Fokus, auf dem der große Erfolg (über 60 Millionen verkaufte Titel) von «Call of Duty» gründet. Das kann man langweilig oder wenig originell finden, zumal «Battlefield» zuletzt auch im Weltkrieg spielte. Doch laut Entwickler Sledgehammer will man das historische Ereignis nun einem jungen Publikum näherbringen – und das im wahrsten Sinne.

Wie bei «Saving Private Ryan»

Das am Mittwoch per Livestream vorgestellte Game soll dabei auf den typischen Hurra-Patriotismus der Reihe verzichten. Prompt sind die ersten gezeigten Szenen von «Call of Duty: WW II» eher ungewöhnlich für die Reihe: Es gibt kein Hollywood-Effektfeuerwerk, sondern die Inszenierung eines der dunkelsten Tage der amerikanischen Streitkräfte.

«Call of Duty: WWII» erzählt dabei die Geschichte von Ronald «Red» Daniels und seiner Einheit in den Kriegsjahren 1944 und 1945. Nach der Landung in der Normandie marschiert Daniels mit der Ersten Infanteriedivision quer durch Frankreich und nach dessen Befreiung weiter nach Deutschland. Im Zentrum steht auch der D-Day in der Normandie, wo die Alliierten die Nazis angreifen, regieren Chaos, Angst und der Tod.

Erste Ausschnitte machen schnell klar: «Call of Duty: WW II» wird nichts für sensible Gemüter. Junge Männer werden zerfetzt, Glieder fliegen herum, Blutspuren ziehen sich durch das Wasser bis an den Strand. Die deutschen MGs mähen die erste Angriffswelle einfach nieder. Dabei machen Sledgehammer-Games fast schon Steven Spielbergs «Saving Private Ryan» (1998) Konkurrenz – was die Macher als Kompliment sehen.

Spaß oder Ernst?

Spielbergs Film sei ein fantastisches Werk, aber als Zuschauer sei man «weit weg», so Studiochef Glen Schofield in einem Interview. Der Film baue eine gewisse Distanz auf, weil viele Szenen von der Seite gedreht worden seien. Schofield: «Wir hingegen lassen Sie den Atem des Soldaten fühlen, das Zittern seiner Hände. Man sieht hautnah, wie Kameraden sterben.»

Bleibt nur einmal mehr die Frage, ob man so was machen darf. Spaß sei vielleicht nicht das richtige Wort, so der Studiochef. «Ich würde eher von einem aufregenden Spielerlebnis sprechen.» Tatsächlich wirkt das Engagement, mit der die Entwickler das Thema behandeln, aufrichtig.

Versprochen wird, dass das im November erscheinende Spiel seine Figuren auf beiden Seiten differenziert wiedergebe. Selbst Themen wie Antisemitismus und Rassismus werden nicht umgangen. Nach «Infinite Warfare» könnte «WWII» also das zweite «Call of Duty» werden, das eigentlich ein Antikriegsspiel ist – und als Shooter dennoch Spaß macht.

(L'essentiel/str)

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