Harte Zeiten

25. November 2018 15:11; Akt: 25.11.2018 15:13 Print

Das passiert mit den Pleitespielen von Telltale

Gamestudios durchleben momentan schwierige Zeiten. Der Geschichtenerzähler Telltale ging gar in Konkurs – mit Folgen für diverse populäre Titel.

Einer der Hits des geschlossenen Studios Telltale: «Game of Thrones». (Telltale)

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Auch im Gamesektor wachsen die Bäume nicht einfach so in den Himmel. Zwar sorgte unlängst die Meldung für Schlagzeilen, dass US-Gamer allein im Oktober rekordverdächtige 1,55 Milliarden Dollar für Spiele – allen voran für «Call of Duty: Black Ops 4» – ausgegeben haben. Doch nicht überall sieht es so rosig aus.

Gamegigant Activison etwa hat mit den Erwartungen der Investoren zu kämpfen, die nach neuen Titeln verlangen. Weil das Studio aber in der Entwicklung hinterherhinkt, versucht man derzeit vor allem, populäre Reihen wie «WoW» für den steigenden Mobilesektor fit zu bekommen. EA dagegen muss bei seinem Goldesel «Fifa» den Backlash gegen Coverstar Cristiano Ronaldo wegen der angeblichen Vergewaltigung in Las Vegas verkraften, und bei Bethesda sorgen miese Kritiken für den Blockbuster-Titel «Fallout 76» für Kopfschmerzen.

Licht aus bei Telltale

Doch das ist alles noch harmlos gegenüber der Entwicklung bei Telltale Games. Der bekannte Hersteller musste Ende September mehr oder weniger schließen. Von den 250 Mitarbeitern werden alle entlassen bis auf jene, die letzte Verpflichtungen gegenüber den Partnern zu erfüllen haben. Telltale-CEO Pate Hawley begründet die Entscheidung damit, dass die Firma ein «unglaublich schwieriges» Jahr hinter sich habe. Zwar konnte man durchaus gute Spiele auf den Markt bringen, die Verkaufszahlen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Telltale Games ist alles andere als ein kleiner Fisch. Das kalifornische Entwicklerstudio wurde 2004 von ehemaligen LucasArts-Mitarbeitern gegründet. Das Studio war vor allem für seine interaktiven Storyspiele bekannt geworden – darunter etwa die erfolgreiche «Batman»-Serie. Zum Portfolio gehören auch «The Walking Dead», «The Wolf Among Us», «Game of Thrones» oder der Story-Mode von «Minecraft». Bereits 2017 wurden im Zuge einer Restrukturierung fast hundert Mitarbeiter entlassen. Die neuen Titel von Telltale Games wurden für ihr Storytelling gelobt, jedoch gab es zunehmend Kritik an der veralteten Engine.

Die Toten laufen weiter

Was aber passiert nun mit den Spielen, nachdem das Studio seine Tore geschlossen hat? Fest steht, dass die Pläne für einen zweiten Teil von «The Wolf Among Us» vom Tisch sind. Die finale Staffel von «The Walking Dead» soll jedoch veröffentlicht werden. Und für den Streaminganbieter Netflix soll nach wie vor die filmische Umsetzung von «Minecraft Story Mode» realisiert werden.

Die Spiele aus den Online-Stores jedoch verschwinden nach und nach. Auf Steam etwa können «The Walking Dead» und «Back to the Future» bereits nicht mehr gekauft werden. Bei «Batman», «The Wolf Among Us» und «Game of Thrones» indes ist das noch möglich. Der Grund dafür dürfte sein, dass die Lizenzen der Games im Zuge der Liquidierung verkauft werden: Um ausstehende Rechnungen zu bezahlen, wird nun auf die Spiele des US-Studios zugegriffen. Immerhin eine gute Neuigkeit gibt es: Bei «The Walking Dead» hat sich mit Skybound Games ein Studio gefunden, das das Spiel weiterführen wird.

(L'essentiel/srt)

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