Hardware-Test

23. August 2020 16:34; Akt: 23.08.2020 16:42 Print

Der Sero-​​Fernseher ist speziell für Tiktok-​​Fans

Der Sero ist ein Fernseher, der sowohl im Quer- als auch im Hochformat benutzt werden kann. Damit will Samsung vor allem die Generation Tiktok ansprechen.

Quelle: Youtube

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit der Erfindung des Fernsehgeräts sind beinahe 100 Jahre vergangen. Auch wenn sich die Geräte mittlerweile vergrößert haben und um ein Vielfaches dünner geworden sind als noch vor wenigen Jahren, hat sich eines jedoch nicht verändert: Fernsehbildschirme sind horizontal ausgerichtet – jedenfalls normalerweise. Samsung hat diese Tradition bei ihrem neuesten Gerät, das The Sero heißt, in Frage gestellt und einen Fernseher auf den Markt gebracht, der seine Ausrichtung zwischen horizontal und vertikal verändern kann.

Das Resultat ist ein sogenannter «Lifestyle Fernseher», wie Samsung ihn nennt. Der 43 Zoll große Bildschirm ist auf einem Standfuß montiert, der idealerweise direkt auf den Boden und nicht auf ein Fernseher-Möbel gestellt wird. Auf diesem Ständer kann sich der Bildschirm je nach Bedarf um 90 Grad drehen. Dies dauert nur rund zwei bis drei Sekunden.

Überdimensioniertes Smartphone

Ist der Sero im Ruhezustand, ist die Standardeinstellung des Bildschirms der vertikale Modus. Dies lässt das Gerät wie ein überdimensioniertes Smartphone aussehen. Das macht auch Sinn, denn wer den Fernseher im aufrechten Modus benutzt, tut dies wahrscheinlich vor allem dann, wenn man den Screen des Smartphones auf dem größeren Bildschirm wiedergeben möchte.

Dies funktioniert mit Samsung-Telefonen äußerst gut. Hierfür reicht es, das Smartphone kurz an den Bildschirmrand zu tippen, um es mit dem TV zu verbinden. Schwieriger wird es bei Apple-Geräten oder anderen Android-Telefonen. So rotiert der Bildschirm bei Apples AirPlay-Funktion beispielsweise nicht automatisch, wie dies der Fall ist, wenn man Samsungs SmartThings-App benutzt.

Tatsächlich verwandelt die SmartThings-App das Telefon direkt in eine Fernbedienung, mittels welcher man die Lautstärke des Fernsehers verstellen, den Kanal wechseln oder eben die Orientierung des Bildschirms verändern kann.

Ein Fernseher für Tiktok

Doch wozu braucht man eigentlich einen vertikalen Bildschirm? Laut Samsung ist diese Funktion vor allem dazu gedacht, mobile Inhalte oder Apps im Hochformat darzustellen. Konkret heißt dies also: Apps wie Tiktok oder Instagram können im Großformat und ohne schwarze Ränder betrachtet werden. Nützlich kann der vertikale Bildschirm auch dazu geeignet sein, um Fotos zur Schau zu stellen.

Und funktioniert dies tatsächlich? Die Antwort ist: ja und nein. Laut unzähligen Rezensionen funktioniert das Verbinden mit dem Telefon und Abspielen von beispielsweise Tiktok-Videos einwandfrei und ohne große Verzögerung. Beim getesteten Gerät ergaben sich hierbei allerdings einige Probleme. Das Verbinden mit der SmartThings-App war jeweils nur über die System-Einstellungen des TVs möglich, und die Tiktok-Videos, die abgespielt wurden, stockten von Zeit zu Zeit immer wieder alle paar Sekunden. Dann waren auch Video und Ton so stark versetzt, dass die Clips beinahe nicht anzuschauen waren. Zu einem anderen Zeitpunkt liefen die Videos aber wieder flüssig. Es kann sich hierbei aber sehr wohl um ein spezifisches Problem des Testgeräts gehandelt haben.

Stylish, modern und schwer

Nun aber zu dem, was das Gerät sonst noch alles kann – denn es handelt sich ja nach wie vor um einen Fernseher. Die HDR-Bildqualität in 4K ist einwandfrei und auch die Farben werden dank des «Mega Contrast» von Samsung lebhaft und akzentuiert dargestellt. Auch an der Tonqualität lässt sich nichts aussetzen. Die 60-Watt-Lautsprecher sind direkt im Ständer des Fernsehers eingebaut und sorgen für einen schönen, voll-klingenden Ton, der es auch erlaubt, den Sero als Bluetooth-Speaker zu nutzen.

Dadurch, dass die Lautsprecher nicht sichtbar sind und das Gerät über einen relativ dünnen Rahmen verfügt, wirkt es stylish und modern. Der Stand ist es aber auch, der den Sero äußerst schwer werden lässt. So wiegen Bildschirm und Standfuß zusammen 33 Kilogramm, was es schwierig macht, den trügerisch leicht aussehenden Fernseher als Einzelperson zu bewegen.

Ebenfalls aufgrund des Ständers ist der Screen des Fernsehers stets ein wenig nach hinten geneigt. Dies fällt im Hochformat nicht wirklich auf, ist aber doch bemerkbar, wenn man Videos oder Fernsehprogramme im Querformat anschauen möchte. Außerdem lässt sich die Höhe des Standfußes nicht verstellen. Auch diese scheint auf das Hochformat optimiert zu sein, denn der Bildschirm sitzt im Querformat etwas tiefer als gewöhnliche Fernseher, die auf einem Möbel stehen oder an der Wand befestigt sind.

Ein multifunktionaler Bildschirm

Für wen ist der Sero also tatsächlich eine gute Investition? Wer ausschließlich horizontale Videos wie bei Netflix oder Fernsehprogrammen konsumiert, wird mit dem Sero nicht viel anfangen können. Wem jedoch mitunter beim Tiktok-Schauen auf der Couch die Hand einschläft und wer die Clips gerne größer anschauen oder gemeinsam mit Freunden oder der Familie teilen möchte, könnte vom Sero profitieren.

Außerdem ist das Gerät mehr als nur ein Fernseher. So kann es gut auch zum Musik-Lautsprecher umfunktioniert werden oder als Bilderrahmen dienen, wenn der Bildschirm gerade nicht anderweitig im Einsatz ist. Es handelt sich also tatsächlich um einen «Lifestyle-Fernseher», wie vom Hersteller versprochen. Ebenfalls vorstellen könnte man sich den Sero als Informationsbildschirm in einer Ausstellung, Galerie oder auf einer Konferenz.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.