Fake-Nacktbilder

28. Juni 2019 19:30; Akt: 28.06.2019 19:39 Print

Diese App zieht Frauen die Kleider aus

Röntgenblick per Software: Eine App generiert Nacktbilder von Frauen – und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus. Nun ist die Website offline.

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Wie würdesn Sie reagieren, wenn plötzlich ein Nacktbild von Ihnen kursiert, obwohl Sie noch gar nie eines geschossen haben? Die App Deepnude kreiert aus Fotos, auf denen eine Person angezogen ist, Nacktbilder. «Innerhalb von Sekunden sind die Kleider der Frau wegretuschiert. Es entsteht ein Nacktbild mit realistisch aussehenden Brüsten und Vulva», schreibt Vice.com. Die Seite hat als Erste über die Software berichtet.

Die Website hat die App mit «mehreren Dutzend» Bildern getestet. Die Software funktioniere nur mit Bildern von Frauen. Im Test mit einem Bild eines Mannes seien seine Hosen durch eine Vulva ersetzt worden. Am besten habe die App mit Fotografien von leicht bekleideten Frauen aus dem Magazin «Sports Illustrated» funktioniert, erklärt Vice.com.

Kostenlose App

Der Entwickler bietet die Software für Windows und Linux im Netz seit Monaten kostenlos an. Eine Premium-Version wird für 99 US-Dollar verkauft. Dort ist das Wasserzeichen auf dem finalen Bild kleiner. «Das Wasserzeichen könne einfach entfernt werden», schreibt Theverge.com.

Im Netz löste das Programm einen Sturm der Entrüstung aus. «Das ist absolut grauenhaft», sagt Katelyn Bowden gegenüber Vice.com. Sie ist die Gründerin der Rache-Porno-Aktivismus-Organisation Badass. «Damit kann jede Frau ein Opfer von Rachepornos werden, ohne jemals ein Aktfoto gemacht zu haben. Diese Technologie sollte nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sein», sagt sie. Die Technologie sei «eine Invasion der sexuellen Privatsphäre», sagt Danielle Citron, Professorin für Recht an der University of Maryland Carey School of Law.

«Hoffe auf Gewinn»

Die Deepnude-Website war nach den Berichten für mehrere Stunden nicht erreichbar. Der Entwickler, der sich nur Alberto nennt, sagt zu Theverge.com, dass er von den Röntgenbrillen in alten Comics inspiriert worden sei. Die Software sei aus technologischem Interesse entstanden und nicht aus Voyeurismus. Außerdem hoffe er, einen wirtschaftlichen Gewinn mit seinem Experiment zu erwirtschaften.

Kurze Zeit später verkündete der Entwickler jedoch, dass die App aus dem Verkehr gezogen werde. «Wir wollen nicht auf diese Weise unser Geld verdienen», schreibt er in einem Statement. Er habe sich mit moralischen und ethischen Fragen beschäftigt. «Ist es das Richtige? Kann ich damit jemandem schaden?» Er und sein Team seien zum Schluss gekommen, dass das Potenzial für Missbrauch der App zu groß sei. Er warnt aber auch, dass es wohl nur eine Frage der Zeit sei, bis jemand anderes ähnliche Software wieder in Zirkulation bringen werde.

(L'essentiel/tob)

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