In-Ear-Kopfhörer

23. Januar 2020 11:52; Akt: 23.01.2020 11:55 Print

«Eine Milliarde Menschen riskiert Gehörverlust»

Das Hören von Musik mit In-Ear-Kopfhörern kann zu schweren Gehörschäden führen. Viele Nutzer lassen sich dazu verleiten, den Geräuschpegel zu hoch einzustellen.

Deshalb sollte man beim Musikhören auf die Lautstärke achten.

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In den USA verbringen Menschen rund 32 Stunden pro Woche damit, Musik zu hören. Auf einen Tag gerechnet sind das rund viereinhalb Stunden. Ein großer Teil dieser Musik wird auf In-Ear-Kopfhörern wie beispielsweise den Airpods von Apple gespielt. Dies könnte allerdings gesundheitsschädlicher sein, als die meisten Hörer annehmen.

Hiroo Aoyama, der als Produktdesigner bei Facebook arbeitet, hat den Effekt, den In-Ear-Kopfhörer auf das Gehör haben können, genauer untersucht. «Zu Hause ist der Geräuschpegel normalerweise bei rund 40 Dezibel (dB). Eine normale Konversation ist gewöhnlich irgendwo um 60 Dezibel angesiedelt», schreibt Aoyama. Ab 85 Dezibel könne der Geräuschpegel schließlich schädlich für das Gehör werden.

Bleibende Gehörschäden

Eine Person mit einem durchschnittlichen Gehör hat rund 16.000 Haarzellen im Ohr, die Schallwellen wahrnehmen und diese an das Gehirn weiterleiten. Ist es zu laut, werden diese Zellen überfordert, und man bekommt den Eindruck – beispielsweise nach einem lauten Livekonzert –, plötzlich schlechter zu hören.

Zwar erholen sich diese Zellen meist nach ein paar Stunden oder Tagen, es kommt aber auch vor, dass sie permanent geschädigt werden, wenn sie immer wieder strapaziert werden. Dies führt zu einem bleibenden Gehörschaden.

Risiko für Gehörverlust

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Menschen dazu tendieren, die Lautstärke von In-Ear-Kopfhörern im Vergleich zum Geräuschpegel um sie herum rund 13 Dezibel höher einzustellen. In einem eher lauten Café beträgt der Geräuschpegel rund 75 Dezibel, in einer U-Bahn-Station sind es sogar rund 80 Dezibel. Stellt man die Musik hier 13 Dezibel höher ein, befindet man sich bereits im gesundheitsschädlichen Bereich.

Shelly Chadha von der Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass rund eine Milliarde junge Menschen durch die Benutzung von In-Ear-Kopfhörern wie Airpods riskiert, das Gehör zu verlieren. In-Ear-Kopfhörer mit einer sogenannten Noise-Cancelling-Funktion könnten helfen, das Risiko zu verringern, weil solche Kopfhörer die Umgebungsgeräusche um bis zu 20 dB senken würden, erklärt Aoyama.

Dezibel einfach überprüfen

Wer mit einem iPhone Musik hört, kann sein Dezibel-Level ganz einfach nachschauen. In der Health-App von Apple lassen sich die Geräuschpegel überprüfen, indem man unter Hören auf die Auswahl Kopfhörer-Geräuschpegel klickt. Dort kann man nachschauen, welche Musik-Session wie laut war. Mit der Apple Watch kann man sich außerdem benachrichtigen lassen, wenn man sich in einer Umgebung mit einem Lautstärkepegel von über 80 Dezibel befindet.

Gewisse Android-Telefone wie beispielsweise Samsung-Modelle warnen den Nutzer während des Hörens, falls das Dezibel-Level einen gefährlich hohen Wert erreicht. Dann poppt eine Warnung auf, die besagt, dass das Hören von lauter Musik schädlich für das Gehör sein kann. Erst nach dem Klicken des Okay-Buttons lässt sich die Lautstärke weiter erhöhen.

(L'essentiel/doz)

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