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27. März 2018 09:10; Akt: 27.03.2018 11:58 Print

Facebook sog mit Android-​​App massenhaft Daten ab

Wegen des Daten-Skandals löschten viele Facebook-User ihr Profil. So haben einige erst bemerkt, wie viele Daten sie Facebook wirklich anvertraut hatten.

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Nach dem Skandal um Cambridge Analytica sind viele Facebook-Nutzer sauer. Unter dem Hashtag #DeleteFacebook wird auf Twitter zum kollektiven Account-Löschen aufgerufen. Nun macht dem Zuckerberg-Konzern bereits der nächste Shitstorm im Bereich Datenschutz zu schaffen.

Der Grund dafür sind Tweets wie jener eines neuseeländischen Software-Entwicklers. Dylan McKay lud sich am Wochenende ein Archiv der Daten seines Facebook-Profils herunter. Dabei entdeckte er, dass die Plattform genau erfasst hatte, wie er mit seinem Android-Handy kommuniziert.

Facebook hat die Erlaubnis

Im Protokoll wurden offenbar jahrelang Daten zur Nutzung erfasst. Beispielsweise wen McKay angerufen hatte, wie lange das Gespräch dauerte und welche Nummer er gewählt hatte. Zahlreiche weitere Nutzer bestätigten gegenüber Arstechnica.com, dass auch ihr Archiv solche Metadaten enthalte.

Zwar geschah dies mit dem Einverständnis der Nutzer, doch vielen war offenbar nicht klar, wie weit dieses reichte. Gab man Facebook beim App-Download die Erlaubnis, auf die Kontaktliste zuzugreifen, konnten bis zur Android-Version 4.1 auch Anrufe und Nachrichten ausgelesen werden. iOS-Geräte erlaubten den Zugriff auf Telefondaten hingegen nie.

Offizielle Stellungnahme

Facebook hat inzwischen Stellung genommen. Demnach seien nur Nutzer der App Facebook Lite und Facebook Messenger auf Android betroffen. Die Informationen würden «sicher gespeichert» und nie an Dritte weitergegeben. Zudem sei es möglich, die Daten zu löschen.

Was sind Metadaten?

Bei Metadaten handelt es sich nicht um den eigentlichen Inhalt, sondern um Daten, die zusätzlich erfasst werden. Beispielsweise werden beim Telefonieren Merkmale wie Anrufer, Empfänger sowie Dauer und Zeitpunkt des Anrufs gespeichert, nicht jedoch das Gespräch selber.

«Das Auswerten von Metadaten lässt das Erstellen eines Benutzerprofils zu», erklärt IT-Sicherheitsexperte Marc Ruef von der Scip AG. «Dadurch kann die Nutzung eines Dienstes nachvollzogen werden. Bei der Kommunikation wird auch ersichtlich, mit wem kommuniziert wird. Dadurch lassen sich Beziehungen erkennen, die sich dann wiederum auswerten lassen.»

Akkurate Benutzerprofile seien von hohem Wert, weil damit auf den Nutzer personalisierte Werbung ausgeliefert werden kann. «Es können mit Metadaten aber auch zielgerichtete Angriffe durch Cyberkriminelle angestrebt werden», wie Ruef ergänzt.

(L'essentiel/swe)

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