Neue Studie

18. November 2020 20:08; Akt: 18.11.2020 20:08 Print

Gamen macht glücklicher als bisher vermutet

Die Zeit, die in Videospiele gesteckt wird, hat laut einer neuen Studie der Universität Oxford einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden.

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Auf ihrer Insel in Animal Crossing ist immer etwas los. (Bild: Nintendo)

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Gamen ist gesund? Diese drei Wörter waren eine bisher unwahrscheinliche Kombination. Neue Erkenntnisse der Universität Oxford zeigen aber, dass Gamen das psychische Wohlbefinden fördern kann – sofern einige Bedingungen erfüllt werden.

Untersucht wurde das Verhalten der Gamer in den beiden Spielen «Plants vs Zombies: Battle For Neighborville» und «Animal Crossing: New Horizons». Die Entwickler der beiden Games, EA und Nintendo, stellten für die Studie Daten zur Verfügung. Insgesamt 3274 Personen nahmen an einer Umfrage teil und waren über 18 Jahre alt.

Überraschende Funde

Nintendo und EA gaben lediglich Daten rund um die durchschnittlichen Spielzeiten. So konnte anhand der Umfrage auch ermittelt werden, wie das Wohlbefinden mit diesen zusammenhängt. Der Vorteil und das Novum dieser Studie sind ebendiese objektiven Daten, die von subjektiven Einschätzungen von Gamern abweichen können.

Durch die Auswertung fanden die Forschenden heraus, dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Spieldauer und dem Wohlbefinden besteht. Andrew Przybylski, Leiter der Studie, betont: «Das Spielen kann einen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit haben, es gibt aber natürlich auch viele andere Faktoren, die dazu beitragen.»

Obwohl also lange Spielstunden förderlich sein können, ist der Spielspaß ebenfalls ein wichtiger Faktor. Die Qualität der Gaming-Session, also ob der Spieler das Game auch als Vergnügen empfindet, sei laut Przybylski noch förderlicher für das psychische Wohlbefinden.

Nur an der Oberfläche gekratzt

Przybylski fügte noch hinzu, dass die letzten 40 Jahre an Recherchen und Studien zeigten: Je länger die Testpersonen spielten, desto unglücklicher waren sie. In Anbetracht dieser Vorkenntnisse überraschte diese Studie noch mehr.

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die beiden erwähnten Spiele soziale Aspekte besitzen. In «Animal Crossing» ist es möglich, mit anderen Charakteren zu interagieren und sozialisieren – seien diese echt über Online-Chat oder computergesteuert. Diese Art von sozialer Interaktion im virtuellen Raum hatte möglicherweise einen Einfluss, besonders zu Zeiten von Covid.

Wer sich aber gezwungen fühlte zu spielen, sei es zum Stressabbau oder anderen Gründen, gab in der Umfrage an, weniger glücklich zu sein als andere. Der Studienleiter erhofft sich in Zukunft Daten von weiteren Entwicklern und Spielen, um noch tiefer in die Materie einzutauchen.

(L'essentiel)

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