Second Hand

20. Dezember 2019 11:03; Akt: 20.12.2019 11:11 Print

Gelesene E-​​Books darf man nicht weiterverkaufen

Alte Bücher werden auf Flohmärkten und online weiterverkauft. Für gelesene E-Books gelten aber andere Regeln, das hat das EU-Gericht in Luxemburg entschieden.

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Ein gelesenes Buch stellt man ins Regal. Was macht man mit einem E-Book? Auf jeden Fall nicht weiterverkaufen. (Bild: Pixabay)

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Gelesene E-Books dürfen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht weiterverkauft werden. Nach EU-Recht handele es sich dabei um eine «öffentliche Wiedergabe», für die es die Erlaubnis des Urhebers bedürfe, urteilten die Luxemburger Richter am Donnerstag. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wertete das Urteil als großen Erfolg.

Hintergrund ist das Geschäftsmodell des niederländischen Unternehmens Tom Kabinet, das einen Online-Marktplatz für «gebrauchte» E-Books betreibt. Kunden, die hier ein Buch gekauft haben, werden von Tom Kabinet dazu aufgefordert, es nach der Lektüre an das Unternehmen zurück zu verkaufen und das eigene Exemplar zu löschen. Im Gegenzug erhalten sie eine Gutschrift. Niederländische Verlegerverbände hatten dagegen geklagt.

«faires Urheberrecht»

Das oberste EU-Gericht gab ihnen nun Recht. Es argumentierte, das Interesse der Rechteinhaber, angemessen vergütet zu werden, würde durch das fragliche Vorgehen deutlich stärker beeinträchtigt als im Fall gedruckter Bücher. Der Zustand digitaler Kopien werde durch den Gebrauch schließlich nicht schlechter. Auf dem Second-Hand-Markt seien sie folglich perfekter Ersatz für neue Exemplare.

Die Richter begründeten ihr Urteil zudem damit, dass es nicht entscheidend sei, wie viele Personen gleichzeitig Zugang zu einem Werk hätten. Vielmehr müsse ebenso berücksichtigt werden, wie viele Menschen ein Buch nacheinander lesen könnten. Diese Zahl sei im vorliegenden Fall erheblich.

«Die deutliche Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist ein großer Erfolg, denn sie sichert ein faires Urheberrecht», sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Kreativschaffende seien auf angemessene Vergütung angewiesen. Das Urteil ermögliche «Verlagen und Händlern, weiter an innovativen Geschäftsmodellen mit digitalen Medien zu arbeiten», von denen letztlich auch die Verbraucher profitierten.

(mb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erika am 20.12.2019 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verschenke sie immer weiter.

  • De Mechel am 20.12.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, déi E-Books sollten dann eigentlech bedeitend méi bëlleg sinn, ewéi gedreckte Bicher : de ganzen Dreckprozess entfällt an et stiewe keng Beem. Trotzdem sinn se oft nët méi bëlleg. Op Amazon, z.B., steet dann dass de Präis vum Verleger imposéiert wär, an dann ass d'E-Book grad esou deier ewéi dat gedrecktend Buch. Eigentlech misst de Keefer vun engem E-Book eng Öko-Prim kréien. Här Bausch, wann dir mäin Kommentar liest, loost Iech dat mol duerch de Kapp goen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • De Mechel am 20.12.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, déi E-Books sollten dann eigentlech bedeitend méi bëlleg sinn, ewéi gedreckte Bicher : de ganzen Dreckprozess entfällt an et stiewe keng Beem. Trotzdem sinn se oft nët méi bëlleg. Op Amazon, z.B., steet dann dass de Präis vum Verleger imposéiert wär, an dann ass d'E-Book grad esou deier ewéi dat gedrecktend Buch. Eigentlech misst de Keefer vun engem E-Book eng Öko-Prim kréien. Här Bausch, wann dir mäin Kommentar liest, loost Iech dat mol duerch de Kapp goen!

  • Erika am 20.12.2019 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verschenke sie immer weiter.