«Nintendo Labo»

30. April 2018 13:21; Akt: 30.04.2018 14:06 Print

Geniestreich aus Karton, Klebern und der Switch

Mit «Nintendo Labo» schreiben drei Japaner Game-Geschichte. Das brillante Produkt bringt das Spielen in eine neue Dimension.

Eindrücke von einem Preview-Event zu «NIntendo Labo» in Hamburg. (Video: Stefan Wehrle)

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Ein Großteil der technischen Weiterentwicklungen bei Games besteht darin, die digitale Welt so realitätsnah wie möglich nachbilden zu können. Virtual Reality will den dreidimensionalen Pixel-Raum entstehen lassen, Augmented Reality überträgt das digitale 3-D-Bild auf unsere analoge Welt und die menschliche Mimik soll möglichst haargenau nachgebildet werden. Stets ist die Technologie das Zentrum und die Entwicklung scheint nur in eine Richtung zu weisen.

Umso innovativer – und sogar ein bisschen subversiv – ist der umgekehrte Weg, den Nintendo mit dem Karton-Bastelprogramm «Nintendo Labo» einschlägt. Innovativ deshalb, weil mit einem simplen Material wie Karton und ausgeklügelten Falt- und Stecktechniken die Spielmöglichkeiten der Switch-Konsole um ein Vielfaches erweitert werden: Nicht die digitale Technologie wird verbessert, sondern die analogen Möglichkeiten erweitert. Subversiv deshalb, weil sich die reale Welt für einmal nicht der digitalen Technologie unterordnet, sondern umgekehrt.

Controller erwecken Objekte zum Leben

Das Spielprinzip von «Nintendo Labo» ist dabei so einfach wie durchdacht: Aus vorgestanzten Kartonbögen werden unter Anleitung Bauteile für ein vorgegebenes, dreidimensionales Objekt herausgebrochen. Die Teile werden gefaltet und beispielsweise zu einem Piano, Motorrad oder einer Fischerrute zusammengesteckt, einzelne Elemente sind zusätzlich mit reflektierenden Streifen, Gummis und Schnüren versehen. Danach kommen die Konsolenelemente der Switch (der Bildschirm und die Joy-Controller) in die dafür vorgesehenen Aussparungen. Mittels Sensoren, Sounds und Vibrationen erwecken die Switch-Elemente die Kartonobjekte zum Leben.

Ein Wurf, der in die Gamegeschichte eingehen wird, ist «Nintendo Labo» aber nicht nur wegen der Idee an und für sich, sondern auch aufgrund der Umsetzung. Die Art und Weise, wie die Stanzformen angeordnet sind und die Kartonelemente gefaltet und zusammengesteckt werden, zeugt von hoher Handwerkskunst. Wie beispielsweise die Einzelteile des Pianos mit der Switch zusammenspielen, ist schlicht genial, und mit «Labo» lässt Nintendo die japanische Verpackungs- und Faltkunst Einzug in die Welt der Videogames halten. Hinter dem Game stehen denn auch drei Japaner: Tsubasa Sakaguchi («Splatoon»), Yoshiyasu Ogasawara (Erfinder diverser Nintendo-Patente) und Kouichi Kawamoto, der auch maßgeblich an der Entwicklung der Switch-Konsole beteiligt war.

Wie Kawamoto gegenüber dem Tech-Portal Theverge.com verriet, sei die Idee zu «Nintendo Labo» entstanden, als sie nach neuen Wegen suchten, die Elemente der Switch auf ungewöhnliche und überraschende Weise zu nutzen. Außerdem hätten sie es sich selbst zur Regel gemacht, dass jedes Labo-Projekt ohne Werkzeug gebaut werden können muss.

Gamen mit Lerneffekt

Nicht geplant sei hingegen der Lerneffekt gewesen, der sich beim Basteln mit «Nintendo Labo» einstellt. Das Zusammenbauen der Toy-Cons erfordert nämlich nicht nur Geschick und fördert das Verstehen von Bauplänen, sondern verrät auch einiges über die inneren Mechanismen der geschaffenen Objekte. Außerdem erlaubt es «Nintendo Labo» mit einfachen Programmiermöglichkeiten, eigene Toy-Cons zu erschaffen.

Kurz: Mit «Labo» ist Nintendo nach Lancierung der Switch-Konsole ein weiterer brillanter Wurf geglückt, der das Spielen buchstäblich in eine neue Dimension rückt.

(L'essentiel)

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