Halbe Milliarde Betroffene

04. April 2021 11:16; Akt: 04.04.2021 11:15 Print

Hacker erbeuten die Daten von Facebook-​​Usern

Identifikationen, Email-Adressen, Telefonnummern oder Geburtstage: Hacker haben auf einer Website die Daten von 533 Millionen Facebook-Usern weltweit publiziert.

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Die Daten von mehr als 500 Millionen Facebook-Nutzern, die 2019 erbeutet worden waren, sind im Internet in einem Hacker-Forum veröffentlicht worden. «Alle 533.000.000 Facebook-Daten wurden gerade kostenlos veröffentlicht», erklärte Alon Gal, Technologie-Chef des Unternehmens Hudson Rock, das Informationen über Cyberkriminalität zusammenträgt, am Samstag im Onlinedienst Twitter. Er warf dem Online-Netzwerk Facebook «absolute Nachlässigkeit» vor.

Zu den veröffentlichten Nutzerdaten zählen unter anderem vollständige Nutzernamen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und mitunter auch der Beziehungsstatus. Das Portal «Business Insider» berichtete, einige der Daten seien noch aktuell.

«Das bedeutet, dass wenn du einen Facebook-Account hast, es äußerst wahrscheinlich ist, dass die für den Account genutzte Telefonnummer durchgesickert ist», erklärte Gal. «Kriminelle werden die Informationen sicherlich für Social Engineering, Betrug, Hacken und Marketing nutzen.»

Wenn persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern im Umlauf sind, steigt die Gefahr, dass Menschen auf gefälschte E-Mails reinfallen, weil sie authentischer gestaltet werden können. Facebook hat nach jüngsten Angaben 2,8 Milliarden Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind.

Facebook hatte bereits mehrmals Sicherheitsprobleme

Facebook erklärte, es handele sich um kein neues Problem. «Das sind alte Daten, über die zuvor 2019 berichtet worden war», teilte die Pressestelle von Facebook mit. «Wir haben das Problem im August 2019 entdeckt und gelöst.»

Es ist nicht der erste Skandal um Nutzerdaten, für den Facebook in der Kritik steht. 2016 hatte die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica die persönlichen Daten von Millionen Facebook-Nutzern für politische Werbung genutzt.

Schon 2019 waren Telefonnummern von 420 Millionen Nutzern im Netz aufgetaucht, nachdem eine Funktion zur Freundessuche für den Datenabgriff missbraucht worden war. Die Telefonnummern waren zwar nicht offen sichtbar, konnten jedoch über automatisierte Anfragen – sogenanntes «Scraping» – in großem Stil abgerufen werden. Das verstieß gegen die Facebook-Regeln, war aber technisch möglich, bis das Online-Netzwerk die Funktion schließlich abschaltete. Sind solche Daten erst einmal abgegriffen, kann ihre Verbreitung im Netz kaum noch gestoppt werden.

(L'essentiel/AFP/DPA/trx)

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