Nach Cyberangriff

08. November 2020 11:17; Akt: 08.11.2020 11:17 Print

Hacker wollen 15 Millionen Dollar von Campari-​​Gruppe

Unbekannte haben einen Cyberangriff auf einen der größten Spirituosenhersteller der Welt gestartet: die Campari-Gruppe. Nun fordern die Hacker mehrere Millionen Dollar.

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Aperol, Skyy Vodka und Wild Turkey Bourbon: Die Campari-Gruppe mit Sitz in Mailand zählt weltweit zu den größten Spirituosenherstellern. Der Konzern verkauft seine Getränke in mehr als 190 Ländern weltweit. Mit einem Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro ist die Campari-Gruppe aber auch eine Zielscheibe für Angriffe.

Hacker haben in den letzten Tagen die Server des Herstellers angegriffen, wie Zdnet.com schreibt. Dabei kam offenbar die sogenannte Ransomware namens RagnarLocker zum Einsatz. Diese Art von Schadsoftware kann alle Dateien, die in Reichweite sind, verschlüsseln. Die Angreifer fordern dann im Gegenzug ein Lösegeld, um die Files wieder zu entschlüsseln.

24 Länder betroffen

Laut dem Bericht von Zdnet.com drohen die Hacker außerdem, die Dateien, die beim Angriff geklaut wurden, zu veröffentlichen. Auf einer von den Hackern eingerichteten Website sind unter anderem Screenshots von Verträgen, darunter mit Schauspieler Matthew McConaughey, zu sehen. Geteilt wurden auch Screenshots von Bankdokumenten oder Social-Security-Nummern von US-Angestellten. Laut den Angaben der Hacker wurden beim Angriff mehr als zwei Terabyte Daten gestohlen.

Laut einem Sicherheitsforscher, der den Fall untersucht und sich selbst Pancak3 nennt, wurden Dateien auf Campari-Servern in 24 Ländern verschlüsselt. Teile der IT-Infrastruktur und auch die Site des Unternehmens waren über die letzten Tage hinweg offline. Die Angreifer fordern laut Bleepiungcomputer.com ein Lösegeld in Höhe von 15 Millionen Dollar.

Bekannte Gruppe

Die Campari-Gruppe hat die Cyberattacke in einem Statement bestätigt. Man arbeite an einem Neustart der Systeme. Ob auf die Forderung der Angreifer eingegangen wird, ist nicht klar. Das Ultimatum der Angreifer läuft am 7. November aus. Die Gruppe hinter dem RagnarLocker hat in den letzten Monaten mehrere große Angriffe zu verschulden. Ziele waren unter anderem der Energieriese Energias de Portugal sowie das französische Logistikunternehmen CMA CGM.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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