«Nicht schwimmen!»

17. Juli 2019 14:28; Akt: 17.07.2019 14:36 Print

Instagrammer stürmen giftigen See in Russland

Türkisblaues Wasser wie auf den Malediven lockt Instagrammer in Scharen an. Doch: Im See landen schädliche Nebenprodukte eines Kraftwerks.

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Auf den ersten Blick sieht der kleine See in Nowosibirsk, im Süden Russlands, wunderschön aus. Umgeben von Grün schimmert das Wasser türkis. Der Ort hat deshalb auch den Namen «Malediven von Nowosibirsk» erhalten – und ist bei Instagram-Nutzern beliebt.

Hunderte haben den See in den letzten Wochen besucht, um dort Fotos zu machen. Einige von ihnen paddelten gar übers Wasser. Doch das sollte man besser bleiben lassen. Denn für die Farbe sorge nicht wie in den Malediven weißer Sand und Plankton, sondern «giftige Nebenprodukte» eines Kohlekraftwerks, schreibt «The Guardian».

«Nicht schwimmen!»

Weil der Ort in den letzten Wochen immer beliebter wurde, hat sich nun auch die Betreiberin des Kraftwerks, Siberian Generating Company (SGK), geäußert. «Das Wasser ist eine hochalkalische Umgebung, es ist aber nicht giftig», erklärt SGK. Im Wasser würden sich Kalziumsalze und andere Metalloxide befinden, die wegen der geringen Wassertiefe für die Farbe verantwortlich seien.

Dennoch solle man auf keinen Fall im See schwimmen. «Das Wasser kann eine allergische Reaktion auf der Haut auslösen.» Und: Die Ascheablagerungen seien sehr schlammig, weshalb es fast unmöglich sei, allein aus dem Reservoir zu kommen.

Straßen gesperrt

Trotz der Warnung tummeln sich weiterhin Selfie-wütige, leicht bekleidete Influencer für ein Foto am blauen Wasser, und sogar Hochzeitsfeiern finden dort statt. Ein Besucher war von dem See so angetan, dass er kürzlich ein Instagram-Profil für Fotos erstellte, die dort entstanden. «Ich bin praktisch jedes Wochenende da, schaue aber, dass ich das Wasser nicht berühre», erklärt Leo Alexey gegenüber CNN.

Offenbar lockten die vielen Touristen auch Diebe an, die in Autos einbrachen, während die Leute am See Fotos machten, schreibt «The Guardian». Nun wird das Treiben der Kraftwerksleitung aber offenbar zu bunt. Wegen des hohen Andrangs habe man beschlossen, die Straßen, die zur Aschegrube führten, zu sperren. Ob diese Maßnahme Wirkung zeigt oder das genaue Gegenteil bewirkt, wird sich zeigen.

(L'essentiel/tob)

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