Hightech-Ermittlung

11. Dezember 2018 07:00; Akt: 11.12.2018 07:42 Print

iPhone-​​Daten werden Mörder zum Verhängnis

In einem Mordprozess in England wurden aufgezeichnete Handy-Gesundheitsdaten als Beweis vorgelegt. Das Alibi des Täters wurde so widerlegt.

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Hercule Poirot, Sherlock Holmes und Columbo hätten bei Mordermittlungen wohl bald einen schweren Stand. Denn in einem aktuellen Fall, über den Telegraph.co.uk berichtet, wurde in England erstmals ein Verbrechen mithilfe von Daten, die auf einem iPhone aufgezeichnet worden waren, aufgeklärt. Und dies, obwohl sich der 37-jährige Täter eigentlich bemüht hatte, sich ein Alibi zu verschaffen.

Doch zurück zum Anfang: Der 37-Jährige und seine Frau lebten in der Stadt Middlesborough im Nordosten Englands und betrieben zusammen eine erfolgreiche Apotheke. Ihre Ehe war jedoch unglücklich und der Mann suchte auf Grindr regelmäßig nach Sex-Partnern. Zudem war er in einer heimlichen Beziehung mit seinem «Seelenverwandten» in Sydney.

Geplanter Mord

Sein Wunsch war es demnach, seine Frau loszuwerden und zu seinem Freund nach Australien zu ziehen. Im Mai dieses Jahres schritt er zur Tat: Zuerst injizierte er seiner 34-jährigen Frau Insulin und erdrosselte sie anschließend mit einer Einkaufstüte. Danach fesselte er sie mit Klebeband und richtete in der Wohnung ein Chaos an, so dass es nach einem Einbruch aussah. Danach verließ er das Haus und holte sich in der Nähe eine Take-away-Pizza, was von einer Überwachungskamera festgehalten wurde.

Der Mann hatte der Polizei erzählt, dass er seine Frau tot aufgefunden hatte. Die Daten, die die Behörden von seinem beschlagnahmten iPhone untersuchen konnten, verrieten ihn jedoch. Denn diese zeigten, dass er sich zum Zeitpunkt der Tat im Haus befand und er danach mehrmals die Treppe benutzt und sich im Gebäude bewegt hatte.

Verräterische Suchbegriffe

Neben den iPhone-Daten wurden dem Gericht auch weitere Indizien präsentiert. So googelte der Apotheker schon lange vor dem Tag nach Begriffen wie «I need to kill my wife» (Ich muss meine Frau töten), «insulin overdose» (Insulin-Überdosis) und «hiring hitman» (Profikiller engagieren).

Zudem kam im Ermittlungsverfahren heraus, dass er vom Tod seiner Frau auch wegen einer Versicherungspolice über zwei Millionen Pfund finanziell profitieren wollte. Der 37-Jährige wurde vom Gericht schließlich wegen Mordes an seiner Frau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

(L'essentiel/swe)

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