«The Other Half»

22. Mai 2013 16:32; Akt: 22.05.2013 16:48 Print

Jolla, Konkurrenz für Android und iPhone

Die Familie der Smartphone-Betriebssysteme bekommt Zuwachs. Ex-Nokia-Cracks bringen ein eigenes Handy heraus, das bislang unbekannte Tricks auf Lager hat.

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Android, BlackBerry, iOS und Windows Phone heißen die Platzhirsche in der Smartphone-Welt. Im Schatten der Großen tüfteln zahlreiche andere Entwickler an ihren eigenen mobilen Betriebssystemen. Zu den bekannteren zählen Ubuntu, Firefox OS und Tizen. Nun greift ein weiterer Underdog ins Rennen ein.

Jolla hat unter dem Namen «The Other Half» (Die andere Hälfte) sein erstes Smartphone enthüllt. Der Name bezieht sich auf die austauschbaren Rückabdeckungen, die weit mehr als neue Farbe ins Spiel bringen. Die Cover erweitern das Smartphone um neue Funktionen, was sich auch auf die Benutzeroberfläche des Betriebssystems namens Sailfish auswirkt.

Mit der zweiten Hälfte ausstatten

Beispielsweise kann mit einer neuen Rückabdeckung ein stärkerer Extra-Blitz für die Kamera, eine QWERTY-Tastatur oder ein Cover für kabelloses Aufladen im Handumdrehen montiert werden. Je nach Situation (Urlaub, Arbeit etc.) soll man sein Jolla mit neuen Funktionen, respektive der zweiten Hälfte, ausstatten können.

Jollas erstes Smartphone kommt mit einem 4,5 Zoll großen Display und 16 Gigabyte internem Speicher, der sich mit MicroSD-Karten erweitern lässt. Die Kamera schießt Fotos mit 8 Megapixeln und der Akku lässt sich austauschen.

Android-Apps für Jolla

Da das beste Smartphone ohne Apps nur ein teures Handy ist, zapfen die Entwickler das schier unerschöpfliche Reservoir an Android-Apps an. Nebst nativen Apps sollen auf Jolla-Smartphones auch Android-Apps laufen.

Jollas Open-Source-Betriebssystem Sailfish basiert auf Nokias MeeGo, besitzt aber eine neue Benutzeroberfläche. MeeGo setzte bereits 2011 vollkommen auf Wischbewegungen und machte vom iPhone oder Android-Geräten bekannte Hardware-Buttons überflüssig. Auch bei Jollas Sailfish basiert die Steuerung des Smartphones ausschließlich auf Wischbewegungen. Eine geöffnete App wird beispielsweise aus dem Bildschirm gewischt, um freie Sicht auf den Homescreen zu erhalten.

Das ebenfalls kostenlose Betriebssystem MeeGo sollte eigentlich Nokias neue Smartphone-Generation zum Erfolg führen. Bekanntlich kam alles anders. Als Nokia das N9 mit MeeGo Ende 2011 lancierte, war es bereits tot. Die Nokia-Bosse hatten längst beschlossen, das eigene Betriebssystem zugunsten von Microsofts Windows Phone fallen zu lassen. Das innovative MeeGo verschwand zum Entsetzen der Open-Source-Gemeinde in der Schublade.

Ab Ende des Jahres im Handel

Jolla besteht unter anderem aus Mitgliedern des ehemaligen N9-Teams, die nach Nokias Allianz mit Microsoft keine Zukunft mehr im finnischen Handy-Konzern hatten. Nun probieren sie es auf eigene Faust. Am ersten Smartphone mit Sailfish wird seit Ende 2011 getüftelt. Jetzt ist der Prototyp fertig, wie man im Video (unten) sieht.

Das nächste Ziel des Jolla-Teams: Das erste Gerät, das 400 Euro kostet, soll bis Ende des Jahres an die Kunden ausgeliefert werden. Ab sofort kann man sein Jolla-Smartphone vorbestellen.

Jolla präsentiert «The Other Half»

Hands-on «The Other Half»

(L'essentiel Online/owi)

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