Online-Aktivismus

08. November 2019 07:17; Akt: 08.11.2019 07:22 Print

Jugendliche auf Tiktok werden politischer

Die Video-App Tiktok ist bei Teenagern die derzeit beliebteste Social-Media-Plattform. Sie nutzen sie vermehrt, um für ihre Ideale einzustehen.

So setzen sich Tiktok-User auf der App für ihre Anliegen ein. (Video: Tiktok/Wibbitz/20 Minuten)

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Die Video-App Tiktok hat sich einer der ganz großen und vor allem beliebtesten Social-Media-Plattformen entwickelt. Die Nutzer posten in der App etwa Meme-Videos, bewegen die Lippen zu bekannten Hits, oder machen unter viralen Hashtags an Challenges mit. Die kurzen Videoclips und der teils absurde Humor treffen vor allem den Zeitgeist der mehrheitlich jungen Nutzer.

Jetzt findet man in der App jedoch vermehrt Videos, die im Kern eine ernsthafte Botschaft enthalten: Die User nutzen die Plattform, um auf sozialpolitische Missstände wie Waffengewalt an Schulen oder die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.

Der Hashtag #ForClimate hat auf Tiktok eindrückliche 407 Millionen Video-Aufrufe generiert. Laut einem kürzlich veröffentlichten Artikel der BBC helfe die Unbeschwertheit der App dabei, den Aktivismus unter Jugendlichen zu fördern.

Lohnerhöhung dank Tiktok

So teilt die Australierin Tara Bellerose (21) auf ihrem Account nicht nur Videos von süßen Tieren, mit denen sie im Bundesstaat Victoria auf einer Farm lebt, sondern auch Facts rund ums Klima – und das sehr erfolgreich: Sie kommt mit ihren Clips auf ganze 11,4 Millionen Likes.

Die US-Amerikanerin Gillian Sullivan (16) aus Nevada rief via Tiktok zu einem Schülerstreik für faire Lehrerlöhne auf. Ihr Video generierte soviel Aufmerksamkeit, dass der Streik gar nicht mehr nötig war: Die Lehrer in ihrem Schulbezirk kriegten wenig später ihre längst versprochene Lohnerhöhung. «Dank Social Media und Leuten, die aufs Thema aufmerksam machten, haben wir bekommen was wir wollten», so die Schülerin in einem weiteren Video.

«Früher hielt ich die App für einen Scherz»

Der Trans-Junge Jaden Spencr, Aborigine Eshia Anderson und die an Krebs erkrankte Leah Smith haben etwas gemeinsam: Alle drei haben schon 1,2 Millionen Likes gesammelt – mit ihren Posts, und mit ihrem Engagement.

Leah erzählt gegenüber BBC, dass sie auf der App offen und ehrlich über alles sein kann. Die Unterstützung, die sie von den anderen Usern bekommt, helfe ihr, die Behandlung durchzustehen.

Eshia hingegen nutzt die Tiktok, um ihre Erfahrungen mit Rassismus zu teilen. Und Jaden räumt in seinen Videos mit Stereotypen gegenüber Transmenschen auf. «Früher hielt ich die App für einen Scherz – aber jetzt schreiben mir jeden Tag Leute und sagen mir, dass ich sie zum Coming-Out ermutigt habe», so Jaden gegenüber BBC.

(L'essentiel/zen)

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