Neues Experiment

17. August 2018 07:23; Akt: 17.08.2018 07:25 Print

Kinder sind gegenüber Robotern zu leichtgläubig

Gruppenzwang gibt es sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern. Letztere lassen sich jedoch auch durch Roboter relativ einfach manipulieren.

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Kinder sind deutlich anfälliger als Erwachsene, sich bei ihrer Meinung durch Roboter beeinflussen zu lassen. Dies zeigt eine Studie der University of Plymouth. Dabei wurde verglichen, wie Kinder und Erwachsene bei einer identischen Aufgabe reagieren – einmal in Anwesenheit einer Gruppe Gleichaltriger, einmal in Anwesenheit von Robotern.

Es zeigte sich, dass Erwachsene sich zwar durch die Gleichaltrigen beeinflussen ließen – was sich auch schon in früheren Studien zeigte –, nicht aber durch die humanoiden Maschinen. Kinder im Alter von sieben bis neun gaben hingegen eher dieselbe Antwort wie die Roboter, obwohl diese offensichtlich falsch war.

Wissenschaftlicher Versuch

Die Studie beruft sich auf das sogenannte Asch-Experiment aus den 1950er-Jahren, das zeigt, wie Gruppenzwang eine Person zu beeinflussen vermag. Dabei müssen vier Linien miteinander verglichen werden, von denen zwei dieselbe Länge haben. Alleine machten die Menschen kaum Fehler, in einer Gruppe beugten sie sich jedoch oft der Meinung der Mehrheit.

Im Roboter-Experiment waren die Antworten der Kinder, wenn sie sich alleine im Zimmer befanden, zu 87 Prozent richtig. Sobald die Roboter dazukamen, sank der Wert auf 75 Prozent. Von den falschen Antworten stimmten drei Viertel mit der Aussage der Roboter überein.

Vorsicht besser als Nachsicht

Laut den Forschern gibt die Studie interessante Einblicke, wie Roboter in unserer Gesellschaft positiv eingesetzt werden können. Dennoch äußerten sie auch Bedenken, dass die Gefahr durchaus bestehe, dass sich ungeschützte Kinder so negativ beeinflussen lassen könnten.

Tony Belpaeme, Mitautor der Studie und Robotik-Forscher an den Universitäten von Plymouth und Gent, ergänzt die Ergebnisse: «Eine Zukunft, in der Roboter als Hilfe für Lehrpersonen oder Therapeuten eingesetzt werden, ist nicht weit entfernt. Bei solchen Anwendungen ist der Roboter in der Lage, großen Einfluss auf das Individuum auszuüben. Deshalb ist es nötig, über Schutzmaßnahmen und ein Regelwerk zu diskutieren, um die Entwicklung dieses vielversprechenden Forschungsfeldes nicht zu beeinträchtigen.»

(L'essentiel/swe)

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