Security und Datenkraken

16. Juni 2019 16:52; Akt: 16.06.2019 17:01 Print

Konsumenten fürchten sich vor Mobile Payment

Ob Twint oder Apple Pay: Die meisten Konsumenten halten das Bezahlen per App für unsicher – nicht ohne Grund. Anbieter verlangen blindes Vertrauen.

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Mit dem Handy zu zahlen, das klingt bequem, macht aber auch Angst: 65 Prozent der Konsumenten in Europa halten Mobile Payment via Smartphone für unsicher – das zeigt eine aktuelle Umfrage vom Sicherheitsdienstleister Eset. Zwar haben jüngere Konsumenten etwas mehr Vertrauen, doch auch bei den 18- bis 29-Jährigen glaubt mit 53 Prozent über die Hälfte, dass das Zahlen per Smartphone nicht sicher ist.

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz gingen auch schon einige Meldungen ein, dass bei Mobile Payment etwa falsche Beträge abgebucht worden seien. Die Leute hätten teilweise große Bedenken, was die Sicherheit solcher Bezahllösungen angehe, bestätigt Geschäftsleiterin Sara Stalder.

Blindes Vertrauen gefragt

Die Angst sei durchaus begründet, sagt Oliver Hirschi von der Hochschule Luzern (HSLU). Der Experte für IT-Security erklärt, Konsumenten müssten den Anbietern von Payment-Apps ein gewisses Maß an blindem Vertrauen entgegenbringen: «Für einen Benutzer ist es extrem schwierig, herauszufinden, ob einzelne Apps wirklich sicher sind.»

Ob und wie gut die Transaktionen verschlüsselt sind, spiele eine große Rolle – ist die Verbindung nicht genügend gesichert, könnte eine Drittperson etwa heimlich den Zahlungsbetrag erhöhen oder sonst die Zahlungen manipulieren.

Heimliche Datenkrake

Außer der Sicherheit beim eigentlichen Bezahlvorgang besteht auch die Gefahr, dass Payment-Apps heimlich mehr Daten sammeln als sie wirklich benötigen. Das zeigt sich etwa in den Berechtigungen, die eine Anwendung auf dem Smartphone verlangt. «Eine Bezahl-App braucht sicher keinen Zugriff auf meine Kalenderdaten oder Telefonlisten», sagt Hirschi.

Konsumenten hätten darum Angst, dass Mobile Payment nur dazu dient, die Nutzer zu gläsernen Kunden zu machen – dass sie also nicht mehr wie beim Bargeld anonym sind, sondern bei jeder Transaktion Unmengen an Daten über sie gespeichert werden. Und diese Daten könnten dann etwa genutzt werden, um ihr Verkaufsverhalten zu Werbezwecken zu analysieren.

Hier ist es besonders wichtig, dass Einkaufs- und Zahlungsdaten nicht mit Nutzungs- und Standortdaten verknüpft werden. Anbieter wie Twint oder Apple Pay sollen nicht erfahren, was genau der Kunde kauft – und der Kontostand eines Kunden geht den Händler nichts an.

Handy insgesamt zu unsicher

Dass Mobile Payment per Smartphone geschieht, ist ebenfalls ausschlaggebend. Denn nicht nur die Sicherheit der Bezahl-App, sondern des gesamten Geräts ist ausschlaggebend für die Sicherheit beim Mobile Payment. «Beim PC weiß man, dass man alles up-to-date halten und sich vor Schadsoftware schützen muss – beim Smartphone ist das vielen Konsumenten weniger bewusst.»

Dadurch ist die Gefahr groß, dass man über eine andere App einen betrügerischen Link oder dergleichen Malware aufs Handy lädt. Solche Schadsoftware könne etwa im Hintergrund Zahlungen ausführen oder verändern, erklärt Hirschi.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • and_schar am 18.06.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An weini kennt daat dann och vir BCEE

  • jimbo am 17.06.2019 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech wënsche maer awer trotzdem Apple Pay heim am Land, an zwar och op menger Bank (Spuerkees). Firwat soll en faerten? Ob elo Visa/Mastercard wees, wat ech mat mengem Geld machen, oder ob Apple a Google dat wessen, ass dach um Ënn Wurscht. Google wees souwisou schon wat ech bei Amazon an Ebay sou kafen, sos geif ech net 10min nodeems ech eppes gekukt hun iwwerall Reklammen ugewisse kreien... A mag der Cactuskaart dei se mer all Keier an der Kees froen, wees de Cactus dann och wat ech kaf hun (bzw all dei aner Clientskaarten)

  • Julie am 17.06.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mobile Payment ist was für Leute bei denen das Konto sowieso im Minus ist, da gibt es ja kaum was zu holen. Bankencomputer, Energieversorger, Millionen Computer, Staatliche Institutionen, ganze Firmenketten usw , mit meist teueren Firewalls werden gehakt , wie kann da einer glauben ein Smartphone wäre sicher ?!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • and_schar am 18.06.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An weini kennt daat dann och vir BCEE

  • Julie am 17.06.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mobile Payment ist was für Leute bei denen das Konto sowieso im Minus ist, da gibt es ja kaum was zu holen. Bankencomputer, Energieversorger, Millionen Computer, Staatliche Institutionen, ganze Firmenketten usw , mit meist teueren Firewalls werden gehakt , wie kann da einer glauben ein Smartphone wäre sicher ?!

    • Knadderer am 17.06.2019 16:59 Report Diesen Beitrag melden

      Genee sou as ech wenschen mer apple pay net wei bis elo hei zu letzebuerg nemmen mat enger Bank mee och mat menger Bank (Spuerkees)

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  • jimbo am 17.06.2019 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech wënsche maer awer trotzdem Apple Pay heim am Land, an zwar och op menger Bank (Spuerkees). Firwat soll en faerten? Ob elo Visa/Mastercard wees, wat ech mat mengem Geld machen, oder ob Apple a Google dat wessen, ass dach um Ënn Wurscht. Google wees souwisou schon wat ech bei Amazon an Ebay sou kafen, sos geif ech net 10min nodeems ech eppes gekukt hun iwwerall Reklammen ugewisse kreien... A mag der Cactuskaart dei se mer all Keier an der Kees froen, wees de Cactus dann och wat ech kaf hun (bzw all dei aner Clientskaarten)