«Google des Darknet»

18. Februar 2020 10:55; Akt: 18.02.2020 10:58 Print

Mann soll über 300 Mio. Dollar gewaschen haben

Ein 36-Jähriger soll zwischen 2014 und 2017 über 350.000 Bitcoins aus illegalen Geschäften gewechselt haben. Das FBI hat den Mann verhaftet.

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Externe Festplatten aus Belize sollen ihn überführen. Das FBI hat Anfang Februar den 36-jährigen Larry H.* verhaftet. Dem Amerikaner wird vorgeworfen, dass er die Such-Website Grams im Darknet betrieben hat. Das Magazin «Wired» beschrieb Grams auch als «Google des Darknets». Angeschlossen an die Plattform war der Dienst Helix. Mit Helix soll H. zwischen 2014 und 2017 mehr als 350.000 Bitcoins (über 300 Millionen Dollar) gewaschen haben. Für den Wechsel wurde eine Gebühr verlangt.

Die Kryptowährung soll laut der Anklage aus illegalen Geschäften hervorgegangen sein. Mit Helix bot Larry H. einen Dienst an, der die Herkunft dieser Bitcoins verschleierte. Mit einem sogenannten Tumbler oder Mixer wird Kryptowährung aus illegalen Geschäften in nicht vorbelastete, quasi «saubere» Coins getauscht.

Umschlagplatz für Drogen

Laut der Anklageschrift betrieb der 36-Jährige ein Büro in Akron, einer Stadt mit 200.000 Einwohnern im US-Bundesstaats Ohio, oberhalb eines Restaurants. Am 6. Februar wurde er dort vom FBI verhaftet. Gleichzeitig fanden Behörden in seinem Appartement in Belize mehrere Festplatten mit Indizien, die laut FBI zeigen, dass er der Betreiber von Helix und Grams war.

Helix soll damals eine Partnerschaft mit Alphabay, einem der größten Darknet-Marktplätze, gehabt haben. Auf der Plattform wurden Drogen, Medikamente, digitale Güter und auch Waffen gehandelt. In einer koordinierten Operation des Departement of Justice, Europol und weiteren Beteiligten wurde die Plattform im Jahr 2017 vom Netz genommen.

Bis zu 17,5 Jahre Haft

Der mutmaßliche Alphabay-Betreiber, der 25-jährige Kanadier Alexandre C.*, wurde am 5. Juli 2017 in Thailand verhaftet. Die Behörden beschlagnahmten dabei 21 Millionen Dollar. Ihm drohte eine langjährige Haftstrafe. Kurz vor der Auslieferung an die USA wurde C. tot in seiner Zelle gefunden.

Wie hoch die Strafe bei einer Verurteilung für den mutmaßlichen Grams-Betreiber H. ausfallen könnte, ist nicht klar. Laut Anklage könnte der 36-Jährige aber 14 bis 17,5 Jahre unter anderem für Geldwäsche und Geldtransfer ohne Lizenz hinter Gitter landen.

*Name bekannt

Das Darknet

Über 99 Prozent der Daten im Internet sind nicht über Suchmaschinen auffindbar. Man spricht hierbei vom Deep Web. Darin versteckt sich auch das Darknet. Das sind Netzwerke, die bewusst unsichtbar sein wollen. Um darauf zuzugreifen, benötigt man spezielle Software wie den TOR-Browser. Der Datenverkehr verläuft dabei verschlüsselt und über unzählige, zufällig ausgewählte private Rechner. Überwacher können so nur schwer Informationen über die Kommunikation sammeln. Die Arbeit an der TOR-Software begann 2002 an der Universität Cambridge. In der Anfangszeit wurde TOR von US-amerikanischen Behörden wie Darpa unterstützt. Seit 2006 kümmert sich die Non-Profit-Organisation The Tor Project um die Aufrechterhaltung von TOR. Finanziert wird das Projekt von der US-Regierung und privaten Spenden.

(L'essentiel/tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 19.02.2020 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    La politique c’est pire

  • Dan Iele am 18.02.2020 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bitcoin is ZERO anonym. (Kriminelle denken daß sie Geld in Bitcoin verstecken können, aber das ist eine Illusion)

  • Benni am 18.02.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bei 300Mio zu waschen, lohnt es sich schon eine etwas grössere Waschmaschine zu haben.

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  • Benni am 18.02.2020 11:45 Report Diesen Beitrag melden

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