Meldung an Facebook

22. Mai 2019 21:11; Akt: 22.05.2019 21:15 Print

Millionen Klicks mit Hass und Rechtsextremismus

Im Vorfeld der Europawahlen wurden über 500 Facebook-Seiten und -Gruppen gemeldet. Diese stehen im Verdacht, falsche Informationen zu verbreiten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Avaaz hat ein Netz von rechtsextremen Facebook-Accounts aufgedeckt, die im Verdacht stehen, falsche Informationen und Hassreden in Europa zu verbreiten.

Wie die NGO in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Studie berichtet, seien über 500 verdächtige Gruppen und Facebook-Seiten gemeldet worden, die in Frankreich, in Deutschland, in Italien, in Großbritannien, in Polen und in Spanien aktiv waren. In den letzten Wochen wurden bereits mehrere Hundert solcher Konten geschlossen.

Dreimal mehr Abonnenten

Anders als die offiziellen Seiten rechtsextremer und anti-EU-populistischer Gruppen seien die gemeldeten Seiten weitaus beliebter gewesen, berichtet Avaaz. Mehr als eine halbe Milliarde Mal seien deren Inhalte angesehen worden. Allein in den letzten drei Monaten konnten solche Seiten und Gruppen, die etwa den Hass auf Migranten schüren oder Brüssel in ein schlechtes Licht rücken wollen, über 533 Millionen Besucher generieren.

Außerdem hätten 77 der bereits entfernten Gruppen mehr als dreimal so viele Abonnenten (5,9 Millionen) gehabt als die sechs wichtigsten europäischen Parteien der Rechtsextremen oder Anti-EU-Parteien (Leage, AfD, VOX, Brexit Party, RN und PiS) zusammen.

Aufräumarbeit und Kontrolle

Die NGO begrüsst die Schließung dieser Konten, fordert Facebook jedoch auf, seine Bemühungen weiter zu verstärken: «Facebook hat zugelassen, dass sich viel zu viele verdächtige Aktivitäten und bösartige Inhalte verbreiten. Es muss aufräumen und sofort EU-weite Kontrollen durchführen, um andere verdächtige Aktivitäten auf ihrer Plattform zu erkennen.»

Gemeint sind etwa das Führen von mehreren, untereinander verlinkten Konten oder Seiten, die oft ihre Namen ändern, um so ihre Spuren zu verwischen. Um die Maße an solchen Falschinformationen sichtbar zu machen, hat die Organisation eine Kampagne gestartet. Mit «Correct the record» sollen Falschmeldungen richtiggestellt werden.

(L'essentiel/vhu/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.