Social Media in Luxemburg

08. Dezember 2021 08:44; Akt: 08.12.2021 08:52 Print

«Mit Instagram war ich am Rande des Burnouts»

LUXEMBURG – 410.000 Luxemburger nutzen soziale Netzwerke. Immer mehr junge Menschen merken, dass die Technologie auch Schattenseiten hat.

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410.000 Menschen nutzen die sozialen Netzwerke in Luxemburg.

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Michael M'Putu, Psychologiestudent an der Universität Luxemburg und Moderator des Podcasts «The Growth Never Stops», löschte seinen Instagram-Account mit über 10.000 Abonnenten. Eine radikale, aber wohlüberlegte Entscheidung, die einen Trend widerspiegelt, der sich unter jungen Nutzern sozialer Netzwerke immer mehr durchsetzt.

«Ich hatte immer diesen Druck, etwas zu posten und die Erwartungen zu erfüllen. Ich stand gerade kurz vor einem Burnout und dachte, dass es sich nicht lohnt, meine geistige Gesundheit zu opfern», gesteht der 26-Jährige.

Bevor er diese Entscheidung traf, hatte er mehrmals versucht, einige Wochen lang eine Auszeit zu nehmen («Digital Detox»). Anschließend verfiel er jedoch wieder in die gleichen Muster. Daher beschloss er, das Übel an der Wurzel zu packen. «Es ist toll, Menschen zu inspirieren, aber man darf sich selbst nicht vergessen», fügte Michael hinzu, der erklärt, dass er seinen inneren Frieden wiederfinden konnte.

Auch die 29-jährige Anisse, die den Podcast Outrospection.lu moderiert, kennt das Problem. «Ich nutzte Instagram, um mich zu informieren, aber ich wurde in eine Art Raum-Zeit-Riss hineingezogen. Ich ging automatisch darauf, verbrachte viel Zeit damit und verglich mich mit anderen», erklärt die junge Frau, die zugibt, dass sie dabei immer weniger kreativ wurde. Auf der Suche nach einem Heilmittel schaltete sie zunächst die Benachrichtigungen aus, bevor sie die App von ihrem Smartphone deinstallierte. Jetzt folgt sie keinen Konten mehr, hält aber ihr Profil aktiv, um mit ihrer Community zu kommunizieren. Ein Gleichgewicht, mit dem sie sehr zufrieden ist.

«Ich hatte meine Ziele nicht erreicht, schaute mir meine Bildschirmzeit in sozialen Netzwerken an und entschied mich, Snapchat und Instagram zu löschen, da sie viel Zeit in Anspruch nahmen. Ich installiere Instagram wieder, wenn ich in den Urlaub fahre, um meine Reisen zu teilen», erklärt ein 27-jähriger Personalspezialist.

Laut der neuesten Studie von We are social, nutzten im Januar 2021 etwa 410.000 Menschen in Luxemburg soziale Netzwerke. Das sind fast 65 Prozent der Bevölkerung.

(Yannis Bouaraba/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Valchen am 08.12.2021 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Gen-X ‘er hun Ech nie domat ungefaangen. Mee Méng Kanner an Enkel, kénnen net ouni Sin. Als Test, während dem “Lockdown” haat Ech Sie invitéiert, en W/e am Bésch am Mobile Home (ouni Netz!) ze verbréngen. No day one, huet Famill Séch baal zerfléescht! Schlémm, Daat!

  • cateater am 08.12.2021 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich vermisse die gute alte Zeit wo diese ganze "connected"-Kacke mit social networks, Influenza ... euh pardon Influencers und co nicht existierte

  • Valchen am 08.12.2021 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Huet Déin lifestyle vlt. Mat grimmelegen Gréngs an weissem Polver ze Dinn?! Héiert Sech op gidden Fall sou un,…?! ;—))

Die neusten Leser-Kommentare

  • Valchen am 08.12.2021 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Huet Déin lifestyle vlt. Mat grimmelegen Gréngs an weissem Polver ze Dinn?! Héiert Sech op gidden Fall sou un,…?! ;—))

  • Yacintha am 08.12.2021 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Insta und Tikto würde ich in einem Büro sitzen und irgendwelchen Managern zuhören müssen, die keine Ahnung haben. Dank Faceboo und Tikto bin ich Hauseigentümerin, fahre einen italienischen Sportwagen und verbringe meine Ferien in einem 5*+ Hotel und, mehr wichtig, entscheide was und wann ich etwas tue.

  • Valchen am 08.12.2021 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Gen-X ‘er hun Ech nie domat ungefaangen. Mee Méng Kanner an Enkel, kénnen net ouni Sin. Als Test, während dem “Lockdown” haat Ech Sie invitéiert, en W/e am Bésch am Mobile Home (ouni Netz!) ze verbréngen. No day one, huet Famill Séch baal zerfléescht! Schlémm, Daat!

  • Bert am 08.12.2021 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fake book, Instagram und tiktok sind reine Zeitverschwendung sowie gefährliche Plattformen die selbstdarstellende egomanen heranzüchten

  • cateater am 08.12.2021 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich vermisse die gute alte Zeit wo diese ganze "connected"-Kacke mit social networks, Influenza ... euh pardon Influencers und co nicht existierte