Apple-CEO Tim Cook

06. April 2021 14:10; Akt: 06.04.2021 14:40 Print

«Noch zehn Jahre bei Apple? Wohl eher nicht»

Elektroautos, E-Voting und Ruhestand: Tim Cook leitet Apple seit knapp zehn Jahren als CEO. Jetzt hat er sich im Interview mit der «New York Times» zu diversen Themen geäußert.

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Tim Cook (60) ist der Chef von einem der wertvollsten Unternehmen der Welt: Mit iPhones hat Apple in den letzten Jahren Milliarden verdient. Jetzt hat sich Apples CEO in einem Podcast der New York Times gleich zu mehreren Themen geäußert.

In dem rund 35 Minuten langen Gespräch geht es um Privatsphäre, Datenschutz, E-Voting und auch um den Ruhestand von Cook. So lautet seine Antwort auf die Frage, ob er in zehn Jahren noch immer CEO von Apple sein wird: «Wohl eher nicht». Im gleichen Atemzug erwähnt er aber auch, dass er sich «im Moment großartig fühle» und kein Datum für seinen Ruhestand in Sicht sei. Was er nach Apple machen wird, weiß er nicht. «Ich habe keine Ahnung, denn ich liebe diese Firma so sehr, dass ich mir ein Leben ohne sie kaum vorstellen kann.»

Wählen mit iPhones

Im Gespräch ging es unter anderem auch um die Wahlen in den USA. «Das Wahlrecht ist grundlegend für die Demokratie», sagt Cook. Er findet, man müsse den Prozess soweit vereinfachen, dass die Wahlbeteiligung auf über 90 Prozent steigt. Möglich machen könne das Technologie.

Die Journalistin Kara Swisher, die mit Cook das Interview führte, hakte nach: «Wenn man Technologie einführt für Wahlen, die ohnehin bereits mit Betrugsvorwürfen behaftet sind, ist das nicht problematisch?» Cooks Antwort darauf: «Ich bin mir da nicht sicher. Ich träume von Wahlen auf Smartphones. Wir erledigen heute mit den Geräten schon E-Banking, haben unsere Gesundheitsdaten darauf. Warum also nicht?»

«Fadenscheinige Argumente»

Im Interview äußerte sich Cook auch zur Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer und dem Datenschutz. Konkret ging es dabei auch um eine neue Funktion, die Apple eingeführt hat. Damit lässt sich das Tracking der Werbeanbieter unterbinden. Nach der Einführung Anfang 2021 erhielt Apple dafür Lob von Datenschützern und Schelte von der Werbeindustrie und auch von Facebook. Diese fürchten Millionenverluste.

Cook dazu: «Wir wissen, dass das fadenscheinige Argumente sind. Ich denke, dass man Werbung machen und mit digitaler Werbung Geld verdienen kann, ohne Personen zu tracken, wenn sie nicht wissen, dass sie verfolgt werden.» In der Antwort auf eine andere Frage ergänzt er: «Es geht nicht darum, dass Privatsphäre ein Attribut für die Marke ist, um ehrlich zu sein. Für uns ist die Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht.»

Und Elektroautos?

Angesprochen wurde Cook auch zu den Gerüchten, dass Apple an einem Elektrofahrzeug arbeitet. «Ich werde mich dazu nicht äußern», sagt er nur knapp. Gleichzeitig gibt Cook auch preis, dass er nie mit Elon Musk, dem Chef von Tesla, gesprochen hat. Cook glaubt an eine Zukunft mit selbstfahrenden Autos: «Autonomie ist eine Kerntechnologie. Wir werden sehen, was Apple da macht. Wir erforschen intern so viele Dinge. Viele davon werden nie das Licht der Welt erblicken.»

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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