In eigener Wohnung

23. Dezember 2018 19:18; Akt: 23.12.2018 19:20 Print

«Plötzlich las der Hacker laut mein Passwort vor»

Ein Amerikaner befand sich im Garten, als er plötzlich eine Stimme hörte. Doch es war weder ein Nachbar noch ein Geist, sondern ein Hacker, der zu ihm sprach.

Wie der Hacker mit Andy Gregg kommunizierte, können Sie sich im Video ansehen. (Youtube/Azcentra.com)

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Fehler gesehen?

Damit hatte Andy Gregg aus dem US-Bundesstaat Arizona wohl nicht gerechnet. Der Immobilienmakler stand vor ein paar Wochen in seinem Garten, als er plötzlich jemanden sprechen hörte.

Der Amerikaner dachte zuerst, es seien Einbrecher, und sah nach – doch da war niemand. Dennoch konnte er den Ursprung der Stimme schnell finden: Sie ertönte aus der Sicherheitskamera des Herstellers Nest, die er an seiner Türe angebracht hatte. Er war überrascht und hörte genauer zu.

Passwort in der Stube

Der Mann, der aus der Kamera sprach, hatte keine bösen Absichten. «Du hast mich nie getroffen. Ich bin ein Sicherheitsforscher aus Kanada», so die Stimme. Er wies den Amerikaner darauf hin, dass er gesehen habe, dass seine Zugangsdaten kompromittiert seien. «Er las dann laut eines meiner Passwörter vor», so Gregg gegenüber Azcentral.com.

Im Video – das Gregg anschließend aufzeichnete – ist hörbar, dass es dem guten Hacker, der aus der Cam sprach, fast unangenehm war. Er entschuldigte sich sogar, dass er sich so spät am Abend gemeldet hatte. Anschließend riet er dem Mann aus Arizona dazu, die Passwörter zu ändern.

Was kann man tun?

Das tat der Immobilienmakler aus Phoenix auch unverzüglich und trennte zudem die Kamera vom Internet. Dennoch sagte er: «Man fühlt sich verwundbar. Es ist so, als ob man ausgeraubt würde und jemand in deinem Haus wäre. Sie wissen, wann du zu Hause bist, und sie wissen, wann du gehst.»

Der Hersteller der Sicherheitskamera, die Google-Tochterfirma Nest, schrieb in einem Statement, dass ihr bekannt sei, dass gestohlene Passwörter von Hacks bei anderen Firmen dazu verwendet würden, um auf Nest-Gadgets zuzugreifen. Aus Vorsicht werden zudem keine Standard-Passwörter vergeben.

Nicht nur für Experten

Georgia Weidman, die Gründerin des IT-Security-Unternehmens Shevirah, sagte gegenüber Azcentral.com, dass viele Kunden sich der Gefahren von vernetzten Geräten gar nicht bewusst seien: «Wir kaufen Dinge, die cool sind oder unser Leben einfacher machen, und denken nicht an die Konsequenzen.»

Es gebe aber einige Dinge, die jeder beachten könne und solle. So sei es anzuraten, die Bedienungsanleitung von smarten Geräten genau zu lesen, um sicherzustellen, dass der Nutzer weiß, wie man die Software auf dem neuesten Stand hält. Zudem rät sie dazu, Standard-Passwörter zu ändern und für jedes Gerät ein anderes Passwort zu verwenden.

(L'essentiel/tob/swe)

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