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07. Oktober 2019 14:19; Akt: 08.10.2019 10:36 Print

Sad Fishing ist ein furchtbarer Trend

Wer Sad Fishing betreibt, sucht mit Postings über emotionale Probleme nach Aufmerksamkeit. Das ruft Hater auf den Plan.

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Für Likes wird auf Social Media einiges versucht. Manche posten absichtlich über ihre schlechte seelische Verfassung, damit sie Aufmerksamkeit bekommen.

Dieses Phänomen ist nicht ganz neu, es wird jedoch in letzter Zeit häufiger Promis vorgeworfen – wie kürzlich bei Justin Bieber. Seinen 119 Millionen Insta-Followern erzählte er in einem ausführlichen Post, wie schwer es sei, morgens aus dem Bett zu kommen, wenn man vom Leben überwältigt ist.

Die Reaktionen fielen durchwachsen aus. Während die Beliebers von der Offenheit und Ehrlichkeit ihres Idols gerührt waren, hagelte es auch viel Kritik. Schließlich gebe es viele Menschen, die von Justins Lebenstandard nur träumen können.

Besonders kritisiert werden solche Postings, wenn die Message dahinter klar einen kommerziellen Zweck verfolgt. So schrieb Kendall Jenner auf Instagram zu einem schwarz-weiß-Bild von sich, wie sie als Teenager schrecklich unter ihrer Akne gelitten habe. Das Unglaubwürdige daran: Der Post war von einer Pflegelinie gegen Akne gesponsert.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

While there are much bigger problems happening in the world, suffering from acne for me was debilitating. It’s something that I’ve dealt with since I was a young teen and has caused me to feel anxious, helpless and insecure. As humans, I don’t think we share our insecurities enough because we live in a time where being “perfect” is the standard. We curate our life online and pick the pretty moments to post. I’d like to show a younger generation that not everything is perfect. Being insecure about my acne gave me thick skin but I wouldn’t ever wish that feeling upon anyone so after trying countless options, I found something that has been helpful in maintaining clear skin for me. It’s been a long journey but I’m excited for where my skin is now. I didn’t think I’d see the day where I would feel confident posting a makeup free picture. My goal is to open up a dialogue around skin positivity. ❤️

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Dass immer mehr Menschen Sad Fishing betreiben, führt dazu, dass Menschen mit echten psychischen Problemen, die online Unterstützung suchen, weniger ernst genommen werden. Sie werden mittlerweile öfter Opfer von Cyber-Mobbing, wenn sie auf Sozialen Medien über ihre Gefühle sprechen. Dies ergab eine Umfrage von Digital Awareness UK (DAUK) unter 50.000 Kindern im Alter von 11 bis 16 Jahren.

Viele der Befragten wurden harsch kritisiert, nachdem sie über ihre Probleme posteten. Vielen wurde vorgeworfen, Geschichten zu erfinden, um damit Aufmerksamkeit zu erhaschen. Die hohe Anzahl Schüler, die durch Kommentare auf Social Media, in Nachrichten-Apps oder auch persönlich gemobbt werden, sei schockierend, heißt es im Bericht. Dadurch könne sich die psychische Gesundheit der Betroffenen zusätzlich verschlimmern.

Noch schlimmer ist nur Grooming

In diesem Zusammenhang kann es zudem zu sogenanntem Grooming kommen. Durch Unsicherheit und verletztes Selbstwertgefühl lassen sich psychisch labile Kinder und Jugendliche eher von fremden Menschen im Netz unterstützen. Diese missbrauchen das Vertrauen daraufhin, um die User später sexuell auszubeuten.

Aber der Bericht zieht auch eine positive Schlussfolgerung: Nebst diesen negativen Ergebnissen wurde auch festgestellt, dass die Jugendlichen ihren eigenen Umgang mit Technologie zunehmend verantwortungsbewusst gestalten. Immerhin!

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Social Media am 07.10.2019 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni dei "sozial Medien" liewt et sech nawel zimmlech gutt. Kann een nemmen hoffen dass de Mensch dat och emol begräift (Wouvunner ech net ausginn...). Leider schengen emer mei Menschen Opfer vun dem System ze gin andems se sech selwer oder aanerer verletzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Social Media am 07.10.2019 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni dei "sozial Medien" liewt et sech nawel zimmlech gutt. Kann een nemmen hoffen dass de Mensch dat och emol begräift (Wouvunner ech net ausginn...). Leider schengen emer mei Menschen Opfer vun dem System ze gin andems se sech selwer oder aanerer verletzen.