Verlustgeschäft

26. Mai 2016 07:30; Akt: 26.05.2016 09:18 Print

Smartphone-​​Krise macht Microsoft zu schaffen

Microsoft hat sich mit der teuren Nokia-Übernahme keine starke Position im Smartphone-Markt erkaufen können. Jetzt wird die Handy-Sparte noch einmal gestutzt.

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Microsoft streicht bis zu 1850 Jobs, das Geschäft mit den Smartphones läuft nicht. (Bild: DPA)

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Microsoft reagiert auf die Erfolglosigkeit seiner Smartphones mit einem weiteren massiven Stellenabbau. Bis zu 1850 Jobs im Handy-Geschäft sollen wegfallen, wie der Windows-Konzern am Mittwoch mitteilte. Als Abschreibung und Umbaukosten wird eine Belastung von rund 950 Millionen Dollar (aktuell gut 850 Mio Euro) fällig.

Der Großteil der Kürzungen trifft Finnland mit 1350 Stellen. Dort hatte Microsoft für insgesamt über neun Milliarden Dollar das Handy-Geschäft des einstigen Weltmarktführers Nokia übernommen. Doch der erhoffte Aufstieg im Smartphone-Markt gelang Microsoft damit nicht.

Google beherrscht Markt

Im vergangenen Juli wurden bereits der Abbau von 7800 Arbeitsplätzen und eine Abschreibung von 7,6 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Der Anteil von Microsofts Windows-System am Smartphone-Markt lag im ersten Quartal nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner mit rund 2,4 Millionen weltweit verkauften Geräten nur noch bei 0,7 Prozent. Das Google-System Android beherrscht demnach den Markt mit gut 84 Prozent der verkauften Geräte und Apples iPhone kommt auf knapp 15 Prozent.

Mit dem aktuellen Windows 10 hat Microsoft erstmals eine einheitliche Plattform, die auf verschiedenen Geräten von PC über Spielekonsole bis hin zu Tablets und Smartphones laufen kann. Doch auch damit kam kein Schub für die Computer-Telefone von Microsoft. Eine Abschreibung war bereits erwartet worden, nachdem Quartalszahlen die Schwäche des Geschäfts offenbart hatten.

Bessere Vorhersagen

Konzernchef Satya Nadella versucht inzwischen nicht mehr, unbedingt mit eigenem Windows-Betriebssystem und Geräten einen Platz im Smartphone-Markt zu erobern, sondern setzt darauf, möglichst viele Microsoft-Dienste auf konkurrierenden Plattformen wie Android und die iPhones zu bringen. Außerdem treibt er das Geschäft mit Clouddiensten voran, die mit Smartphones kommunizieren. Marktforscher hatten für Microsoft noch vor wenigen Jahren einen Anteil von bis zu 20 Prozent am Smartphone-Geschäft prognostiziert.

Geräte-Chef Terry Myerson betonte zugleich in einer E-Mail an die Mitarbeiter, Microsoft verlasse das Geschäft mit dem neuerlichen Abbau nicht komplett. «Wir schrauben zurück, aber wir sind nicht raus!» Microsoft werde weiterhin Geräte entwickeln, müsse sich aber bei der Telefon-Hardware strenger fokussieren, hieß es in dem unter anderem vom Technologieblog «Recode» veröffentlichten Text.

Vergangene Woche trat Microsoft bereits das Geschäft mit einfachen Mobiltelefonen, das bei der Nokia-Übernahme zum Konzern kam, für 350 Millionen Dollar unter anderem an den Aufragsfertiger Foxconn ab.

(L'essentiel/dpa)

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