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18. März 2020 14:37; Akt: 18.03.2020 14:45 Print

So erkennst du Corona-​​Fake-​​News im Internet

Momentan ist es schwierig, sich in der Flut an Corona-Meldungen zurechtzufinden und Falschmeldungen zu erkennen. So behältst du den Überblick.

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In Zeiten von Social Media können Informationen innerhalb Sekunden um den Globus geschickt werden. Sie verbreiten sich rasend schnell, egal ob dahinter fundierte Quellen oder Internet-Trolls stehen. Für den Nutzer wird es immer schwieriger, Fake News und Missinformationen, etwa über das Coronavirus, von tatsächlich relevanten Nachrichten zu unterscheiden.

«Wir haben es momentan mit einer besonderen Situation zu tun», sagt André Wolf, Kommunikationsexperte von Mimikama.at. Dies ist ein Verein aus Österreich, der sich mit Themen rund um Internetmissbrauch und dessen Bekämpfung auseinandersetzt. «Da wir uns alle in den sozialen Kontakten einschränken, pflegen wir diese virtuell umso mehr. Das bildet einen guten Nährboden für Missverständnisse, Internet-Trolle, aber auch für böswillige Falschmeldungen.» Um zu erkennen, ob man es mit Fake News zu tun hat, gibt es laut Wolf eine einfache Checkliste.

Den Absender ermitteln

«Als Erstes muss man erkennen können, woher eine Information stammt. Dabei besteht ein Unterschied, ob eine Nachricht von einer offiziellen Seite oder einem anonymen Youtube-Video oder Twitter-Account kommt.» Auf Websites sollte man stets prüfen, ob ein Impressum vorhanden ist. «Je detaillierter dieses ist, desto seriöser ist die Website. Am besten sollten dort nicht nur der Betreiber, sondern auch der Redaktionsleiter, der Abteilungsleiter und weitere Kontaktdaten wie Telefonnummern oder E-Mail-Adressen aufgelistet sein», sagt Wolf.

Vergleichende Arbeit

«Wer eine Information über einen Social-Media-Kanal oder einen Messenger erhalten hat, muss zuerst einmal vergleichende Arbeit leisten. Dies beinhaltet die Frage, woher die Information stammt und wer sonst noch alles darüber berichtet hat.» Dafür reiche oft schon eine einfache Google-Suche mit den Schlagwörtern der Nachricht.

Dabei soll auch die umgekehrte Bildsuche zum Einsatz kommen. So können beispielsweise bei der Google-Bilder-Suche Fotos direkt in das Suchfeld hineingezogen werden. Sogleich werden einem Resultate von Websites gezeigt, die dasselbe Bild verwendet haben. Auf diese Weise kann man beispielsweise herausfinden, dass ein Bild schon viel älter ist, als von einer Quelle fälschlicherweise angegeben.

Vorsicht bei Sprachnachrichten

«Grundsätzlich sind soziale Medien kein schlechtes Medium», sagt Wolf. «Es gibt nur schlechte Vorbereitung. Wenn man im vornherein weiß, wie die sozialen Netzwerke funktionieren und dass auch Falschmeldungen verbreitet werden können, ist man auf der sichereren Seite. Leider sind sich besonders ältere Menschen dessen oft nicht bewusst.»

Problematischer seien Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Facebook-Messenger. «Erhält man eine Information von einer bekannten Person, erscheint diese sogleich glaubwürdiger als von einer anonymen Quelle», erklärt Wolf. Es sei aber wichtig, dass man Kettenbriefe und Ähnliches nicht weiterleite.

«Besonders bei Sprachnachrichten sollte man vorsichtig sein, wenn diese auf Hörensagen oder auf Informationen Dritter basieren. So kommt es zu einem Effekt wie beim Telefonspiel, sprich Informationen werden schnell verzerrt oder dramatisiert dargestellt.»

Entschleunigung kann ebenfalls helfen. Social-Media-Nutzer sollen sich stets fragen: Ist diese Mitteilung wirklich teilenswert? Und was steckt hinter der Information? So könne effizient gegen Falschmeldungen vorgegangen werden.

(L'essentiel/doz)