Lumia 1020 im Test

26. September 2013 15:26; Akt: 26.09.2013 15:41 Print

So schlägt sich Nokias Pixel-​​Monster

Sagenhafte 41 Megapixel: Das Lumia 1020 lässt mit seiner Kamera die Konkurrenz hinter sich. Im Test zeigt sich, dass die Pixelorgie durchaus Sinn macht.

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Die 41-Megepixel-Kamera scheint zunächst nicht mehr als ein Marketing-Gag von Nokia zu sein. Wer braucht schon derart hoch aufgelöste Fotos aus einem Handy? Schließlich wird die Qualität der Bilder mit steigender Pixelzahl meist nicht besser. Wenn man aber mit dem Handy auf Fotopirsch geht, machen sich die Vorteile dieser Kamera mit Zeiss-Optik, dem 1/1,5-Zoll-Sensor und dem optischen Bildstabilisator schnell bemerkbar.

41 Megapixel hatte auch schon die Kamera des Nokia Pureview 808, doch wurden beim neuen Lumia 1020 einige Verbesserungen vorgenommen. Beispielsweise war damals noch kein optischer Bildstabilisator dabei, der besonders beim Zoomen oder bei wenig Licht zu besseren Bildern beiträgt. Das neue Objektiv des Lumia 1020 ist aus sieben Glaslinsen aufgebaut. Beim Auslösen ist die Kamera schnell, für die Speicherung der großen Fotos entsteht hingegen eine kurze Wartezeit.

Bildausschnitte werden zu Fotos

Um möglichst viel aus der Kamera herauszuholen, fotografiert man im Pro-Camera-Modus. Dort können einerseits manuelle Einstellungen wie Verschlusszeit, ISO-Werte oder Weißabgleich vorgenommen werden, andererseits macht die Kamera in diesem Modus ein 38-Megapixel-Foto (ca. 10 bis 15 MB groß) und zusätzlich ein 5-Megapixel-Foto (ca. 1 bis 1,5 MB groß). Beim kleineren 5-MP-Foto werden mittels sogenanntem Pixel-Oversampling aus 7 Pixeln eines berechnet, sodass ein optimiertes Bild in einer akzeptablen Größe entsteht.

Dass die Bilder mit einer derart hohen Auflösung geschossen werden, hat den Vorteil, dass aus einem Foto im Nachhinein mehrere verschiedene Bilder generiert werden können. Zoomt man in ein Foto, das im Pro-Modus geschossen wurde, kann ein gezoomter Bildausschnitt als eigenes Bild abgespeichert werden. So kommen beim nachträglichen Zoomen sogar Details zum Vorschein, die beim Aufnehmen gar nicht sichtbar waren.

Speicherfressende Fotos

Das Lumia 1020 besitzt einen 32-GB-Speicher. Sollte dieser Speicher für viele datenschweren Bilder nicht ausreichen, kann leider keine Speicherkarte eingesetzt werden. Da muss man schon via WLAN auf Skydrive ausweichen, den Online-Speicherdienst von Microsoft. Im Vergleich zum Sony Xperia Z1, deren 20-Megapixel-Kamera ebenfalls sehr gut ist, schneidet das Lumia 1020 in den meisten Fällen besser ab. Bei den Unterwasserfotos, die man mit dem wasserdichten Sony-Smartphone machen kann, muss das Nokia-Handy allerdings passen.

Auch im Videomodus hat das Lumia einiges zu bieten. Filme können in Full-HD und dank der zwei eingebauten Mikrofone in Stereoton aufgenommen werden. Laut Nokia kann das Lumia 1020 in sechsmal lauteren Umgebungen als andere Smartphones guten Sound aufnehmen. Die Spannbreite reicht gemäß Geräteangaben von 32 Dezibel bis 140 Dezibel.

1020, das solide Durchschnitts-Lumia

Abgesehen von der Kamera fällt das Lumia 1020 nicht mit innovativen Neuheiten auf. Mit dem 1,5-GHz-Dualcore-Snapdragon-Prozessor gehört das Lumia nicht zu den leistungsfähigsten Smartphones. Das Display – es bleibt wie beim Lumia 925 bei 4,5 Zoll – ist mit einem leicht gebogenen Gorilla-Glas abgedeckt und zeigt dank Amoled-Technik die Farben von Fotos sehr leuchtend und hell an. Grundsätzlich unterscheidet sich das Gerät abgesehen von der Kamera kaum vom Lumia 925.

Wie die anderen Lumias beinhaltet das Windows-Smartphone die kostenlosen Nokia-Dienste wie Offline-Straßenkarten (Here Maps) Navigation (Here Drive+) oder das kostenlose Musik-Streaming. Das App-Angebot ist bei Windows zwar inzwischen auf 175'000 angewachsen, bei denen zwar viele populäre Anwendungen vorhanden sind, doch gerade bei Neuentwicklungen dauert es oft etwas länger als bei iOS oder Android, bis die neuen Apps kommen.

Fazit: Das Nokia Lumia 1020 ist ein gutes Windows-8-Smartphone und hat zurzeit die wohl beste Handykamera, bietet sonst aber kaum interessante Neuheiten. Ein konkreten Vergleich mit anderen Handykameras werden wir demnächst nachliefern. Das Gerät ist ab sofort für 650 Euro (ohne Abo) erhältlich.

(L'essentiel Online/ray)

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