Smart Toy

30. August 2017 09:29; Akt: 30.08.2017 11:33 Print

Spielzeuge spionieren das Kinderzimmer aus

Hersteller setzen auf vernetzte Spielwaren. Ein neuer Test zeigt, dass dabei die Privatsphäre oft vernachlässigt wird.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Viele neue Spielzeuge lassen sich über Apps mit Smartphones verbinden. Puppen, Plüschtiere oder Roboter können so zum Tanzen animiert, per Sprachbefehl bewegt oder für ein Ratespiel genutzt werden. Doch vernetzte Spielzeuge sind nicht unproblematisch, wie ein neuer Test von sieben sogenannten Smart Toys der Stiftung Warentest zeigt. Die untersuchten Spielzeuge sind zum größten Teil auch bei österreichischen Händlern erhältlich.

Als besonders kritisch wurden die oft ungesicherten Funkverbindungen zwischen Smartphone und Spielzeug eingestuft. Das ist laut Stiftung Warentest etwa beim i-Que-Roboter der Fall. Dritte könnten sich dort unbemerkt per Bluetooth mit dem Spielzeug verbinden und mit dem Kind kommunizieren.

Die Verbindung sei dabei völlig ungesichert, ein Passwort oder PIN-Code werde nicht benötigt. Jeder Smartphone-Besitzer kann so den Roboter kontrollieren, an das Spielzeug Nachrichten senden oder Antworten empfangen. Die Reichweite von Bluetooth sei bei i-Que zwar auf etwa zehn Meter beschränkt, allerdings kann laut dem Test auch eine Verbindung durch Hauswände hindurch hergestellt werden.

Kriminelle erbeuten massenhaft Daten

Auch beim Toy-Fi Teddy und beim Roboterhund Wowwee seien die Bluetooth-Verbindungen nicht geschützt. Die App von Wowwee leite zudem eine Reihe von Informationen zum Smartphone an Drittanbieter weiter. Und auch das Surfverhalten könne durch einen Tracker möglicherweise aufgezeichnet werden, heißt es im Testbericht.

Die vernetzten Spielzeuge verfügen teilweise über Mikrofone und Kameras, die für die Interaktion mit den Kindern benötigt werden. Bilder und Sprachdaten können dabei an Server der Spielzeugfirmen übertragen werden. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass solche Daten leicht für Kriminelle zugänglich sind.

Im vergangenen Winter deckten Sicherheitsforscher auf, dass der Hersteller Spiral Toys seine Informationen online nur unzureichend gesichert hatte. Auf einfachste Weise konnten die Forscher so auf über zwei Millionen persönliche Sprachnachrichten und über 800.000 E-Mail-Adressen zugreifen. Im Herbst 2015 gab es beim Hersteller VTech ein Datenleck, wobei 4,8 Millionen Datensätze, die etwa Vornamen oder Geburtstage von Kindern enthielten, entwendet wurden.

(L'essentiel/lin)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.