Neue Technologie

14. Januar 2022 10:42; Akt: 14.01.2022 10:48 Print

Spracherkennung, die ohne Worte auskommt

Mit dem Projekt SilentSpeller soll es möglich werden, Sprache zu Text zu transkribieren, ohne die Worte aussprechen zu müssen. Das ist dank eines Sensors auf der Zunge möglich.

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Die Technologie, gesprochene Sprache maschinell zu transkribieren, hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Vor allem Menschen mit Handicap ist sie eine große Hilfe zu mehr Selbstständigkeit. Jedoch mussten die Worte bisher immer ausgesprochen werden, damit der Computer sie niederschreiben konnte. Das Projekt SilentSpeller zielt darauf ab, Menschen Gespräche zu ermöglichen, ohne zu sprechen oder ihre Hände zum Tippen, Unterschreiben oder Gestikulieren zu verwenden.

Es ist ein Forschungsprojekt des Georgia Institute of Technology, an dem Thad Starner Professor ist. Starner ist ein Pionier der tragbaren Technologie und spielte eine führende technische Rolle bei der Entwicklung von Google Glass. SilentSpeller basiert auf einem bereits bestehenden Produkt namens SmartPalate, das von Kieferorthopäden verwendet wird, um Menschen mit Sprachfehlern und -behinderungen zu helfen.

124 Sensoren messen Zungenbewegungen

SilentSpeller ist ein Kommunikationssystem, das es Menschen ermöglicht, Texte mit einem High-Tech-Zahnhalter zu senden, um Wörter zu buchstabieren, ohne sie tatsächlich auszusprechen, so ein Demo-Video und eine wissenschaftliche Arbeit, die es jetzt über den Prototyp gibt. Das Gerät funktioniert, indem es die Bewegung der Zunge des Benutzers verfolgt. Forschende behaupten, dass das System Buchstaben mit 97 Prozent Genauigkeit und ganze Wörter mit 93 Prozent Genauigkeit erkennt.

Laut der Arbeit liest das Gerät die Zungenbewegungen und Kontakte mit dem Gaumen über die 124 Sensoren des Halters. Die Daten werden dann über ein USB-Kabel an einen PC oder ein Smartphone gesendet. Im Moment bedeutet das, dass den Benutzern des Prototyps ein Draht aus dem Mund baumelt, aber die Forschenden glauben, dass sie irgendwann eine drahtlose Version entwickeln könnten, die vollständig in den Mund passt. Das Gerät benötigt einen Zahnabdruck für eine passgenaue Halterung. So soll es möglich werden, lautlos zu diktieren, E-Mails oder SMS zu versenden ohne den Text stimmhaft aussprechen zu müssen. Obwohl Forschende seit Januar 2020 an dem Projekt arbeiten, gehen die Fortschritte seit der Corona-Pandemie langsamer voran.

Das Produkt ist zwar noch nicht marktreif, könnte aber irgendwann dazu verwendet werden, um Menschen mit Bewegungsstörungen wie Parkinson oder anderen Tremor-Erkrankungen zu helfen. Starner sieht auch potenzielle Anwendungsmöglichkeiten an wirklich ruhigen Orten, wie einer Bibliothek, oder wirklich lauten Orten, wo Spracherkennung sonst nicht möglich ist.

(L'essentiel/heute.at/doz)

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