Instagramkanal

07. Juni 2019 07:24; Akt: 07.06.2019 07:24 Print

Studentinnen decken Fake-​​Schönheiten auf

Ein neuer Instagramkanal führt vor, wie Influencerinnen wirklich aussehen. Manche Mädchen sind dankbar, andere jedoch sprechen von Neid.

Seit zwei Monaten posten zwei Studentinnen täglich Vorher-nachher-Fotos von Influencerinnen. (Video: bz)

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Makellose Fotos von Influencerinnen lösen bei vielen jungen Mädchen Krisen aus. Der neue Instagramkanal beauty.fake will zeigen, dass das Zweifeln an der eigenen Schönheit an den Haaren herbeigezogen ist. Seit zwei Monaten posten die Studentin A.L.* und ihre beste Freundin täglich Vorher-nachher-Fotos. Schonungslos führen sie ihren über 30.000 Followern in aktuell rund 200 Posts Influencer vor, die mit Operationen, Filtern oder Photoshop an ihrem Aussehen gebastelt haben. Meist prangern sie die aufgespritzen Lippen, operierten Nasen vergrößerten Brüste oder Pos an.

Besonders gegrillt wird Influencerin Kylie Jenner. «I have really good boobs, naturally!», schreiben sie ironisch zu einem Fotovergleich ihrer Brüste. Viel Kritik steckt auch Jenners ältere Schwester Kim Kardashian ein. Zu einer Fotocollage von ihr spotten sie: «Findet ihr die echte Kim Kardashian?» Jemand antwortet: «Es gibt gar keine echte, hahahaha.» Entlarvt wird auch die deutsche Influencerin Filiz Miftari – zu perfekt sind deren Nase und Lippen.

Mädchen bezeichneten sich als «ugly»

«Wir finden es mega unfair, dass Influencer mit ihren Fotos Fake statt Natürlichkeit vermitteln», sagt die 22-jährige A.L. Ihr Kanal solle jungen Mädchen zeigen, dass das Aussehen der Frauen in den sozialen Netzwerken nicht echt sei. Auch hätten sie Kommentare von Usern dazu motiviert. «Wir lasen viele Kommentare, in denen Followerinnen ihre Vorbilder verzweifelt fragten: 'Wieso bist du so schön?'» Anstatt, dass sie zu ihren Operationen gestanden seien, hätten sie behauptet, ihr Aussehen ihrer Mutter zu verdanken.

«Manche Mädchen haben dadurch ein solch geringes Selbstbewusstsein, dass sie ihre Fotos mit dem Hashtag ugly versehen», sagt A.L. Auch eine Freundin von ihr sei wegen der Fake-Schönheiten krank geworden. «Sie leidet an Magersucht und Bulimie, weil sie durch die Fotos in den sozialen Medien ständig an ihrem Aussehen zweifelt.»

Verärgerte Influencerinnen

Für ihre Posts ernten die Studentinnen viel Lob und Dankbarkeit. «Vielen Dank für deine Page, du öffnest uns die Augen!» oder «Dickes Danke für diese Seite und alle anderen, die zeigen, dass diese Möchtegernschönheiten in Wahrheit hässliche Fratzen sind», lauten die Kommentare. Manche Mädchen hätten auch berichtet, dass der Kanal sie von einer Schönheits-Op abgehalten habe, sagt A.L. Doch sie stellt klar: «Wir haben nichts gegen Schönheits-Ops. Wir haben ein Problem, wenn jemand nicht dazu steht und die Natur für sein Aussehen verantwortlich macht.»

Beauty.fake löst aber auch negative Reaktionen aus. Zu einem Post kritisiert jemand: «Immer diese 'davor war sie hübscher' NEIN war sie nicht. Nicht jeder Mensch sieht gut aus.» Andere verteidigen ihre Influencer und machen die Pubertät für deren perfekte Figuren verantwortlich. «Wir erhalten viele Drohungen und Beleidigungen, weshalb wir auch anonym bleiben wollen», sagt A.L. Leute werfen ihnen vor, nur aus Neid und Eifersucht andere Frauen bloßzustellen.

Auch angeprangerten Influencerinnen ist der Kanal ein Dorn im Auge. «Es gab solche, die uns blockierten und verlangten, dass wir die Seite löschen», sagt A.L.

(L'essentiel)

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