Ohne Werbung

17. Mai 2020 19:56; Akt: 17.05.2020 20:13 Print

Subs will das neue Social Network werden

Die meisten großen Social-Media-Konzerne kommen aus den USA. Ein Unternehmen aus München will dies nun ändern.

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Weltweit nutzen rund 3,8 Milliarden Menschen soziale Netzwerke. Allein in Europa sind laut Europa.eu 56 Prozent aller Menschen zwischen 16 und 74 Jahren auf Social Media aktiv. Der Großteil dieser Personen nutzt Plattformen wie beispielsweise Instagram, Facebook oder Youtube. Diese haben allesamt etwas gemeinsam: Sie stammen ursprünglich aus den USA und haben auch heute noch ihren Hauptsitz dort. Diese Tatsache störte Kevin Gallas Mayer, der in München ansässig ist. Daher hat er seine eigene, Europa-basierte Social-Media-Plattform gegründet.

«Auf den großen sozialen Plattformen müssen wir uns an Richtlinien halten und uns mit Ideologien auseinandersetzen, die vielleicht gar nicht unseren eigenen entsprechen», sagt Gallas Mayer. Deshalb hat er Subs gegründet, eine Social-Media-Plattform, «die einiges anders macht».

Keine Werbung

«Unser größtes Anliegen ist die Privatsphäre der Menschen», so Gallas Mayer. Das Problem bei vielen anderen sozialen Netzwerken seien die «Targeted Ads», die äußerst viele Informationen von den Nutzern benötigen – oft auch sehr private. Daher wird auf Subs auf diese gezielte Werbeschaltung verzichtet, weshalb auch die persönlichen Daten nicht weitergegeben werden.

«Außerdem wollen viele Nutzer eine Reichweite aufbauen und diese vielleicht auch monetisieren», erklärt Gallas Mayer weiter. «Dies führt dazu, dass sie automatisch mit der Plattform, auf welcher sie auftreten, in Konkurrenz treten.» Schließlich verkaufen herkömmliche Plattformen selbst Reichweite. Es ist also schlecht für ihr Geschäft, wenn sich Nutzer ihre Reichweite kostenfrei aufbauen und ihnen die Werbekunden streitig machen können.

«Auf Subs ist das nicht der Fall. Statt selbst Werbung zu schalten, wollen wir Creators direkt mit Unternehmen und Sponsoren verknüpfen. So treten wir schon gar nie in einen Konkurrenzkampf mit unserer Community», sagt Gallas Mayer.

Bilder und Videos teilen

Subs ist seit Anfang März sowohl im Android als auch im Apple App Store erhältlich und hat bereits fast 7000 Nutzer. Beim Öffnen der App fällt sofort auf, dass die Programmierer vor allem Wert auf die Inhalte der Plattform gelegt haben. «Design steht bei uns an erster Stelle. Dies bedeutet für uns, so wenig Design wie möglich, um den Content hervorzuheben», erklärt Gallas Mayer. Dieser besteht aus kurzen Videos oder Bildern, denen ähnlich wie auf Instagram ein kurzer Text beigefügt werden kann.

Die Plattform sei aber nicht nur für Creators gedacht, die mit ihren Posts Geld verdienen möchten. «Auch für andere Leute, die Subs nur aus Spaß nutzen möchten, um Bilder mit ihren Freunden und Familien zu teilen, ist die Plattform geeignet. Denn es wird ihnen keine lästige Werbung vorgespielt.» Die einzige Werbung, die sie sehen, ist jene, die von anderern Usern generiert wurde. «Und diese kann man ganz einfach abbestellen, wenn sie einem nicht gefällt», so Gallas Mayer.

Ein Blick in die Zukunft

«Seit kurzem sind wir stolze Eltern einer Tochter und machen uns seither viele Gedanken über die Zukunft», erzählt Gallas Mayer, der Subs mit seiner Verlobten Jessica gründete, weiter. «Daher haben wir eingeführt, dass für jeden verifizierten Nutzer auf unserer Plattform ein Baum gespendet wird.» Im ersten Monat konnten auf diese Weise bereits 100 Bäume gepflanzt werden. Im zweiten Monat waren es 200 und im dritten Monat werden voraussichtlich nochmals 400 Bäume dazukommen. «Die Nutzerverifizierung soll aber auch gegen anonyme sexuelle Belästigung, illegalen Hate Speech und Massenmanipulation durch Social Bots wirken.»

«Wir befinden uns natürlich noch ganz am Anfang unseres Abenteuers», sagt Gallas Mayer. Ziel sei es, innerhalb von zwei Jahren rund 100.000 Nutzer auf der Plattform zu versammeln. «Das ist aber alles relativ, wenn man daran denkt, dass die großen Social-Media-Plattformen rund sieben Jahre benötigten, um relevant zu werden.» Dennoch ist der Münchner zuversichtlich: «Wir brauchen eine europäische Plattform, die den Nutzer wieder mündig macht und ihm nicht als passiven Konsumenten Informationen zuspielt, die er sich selbst gar nicht ausgesucht hat.»

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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