Interne Regelung

18. März 2020 20:42; Akt: 18.03.2020 20:44 Print

Tiktok verbietet «hässliche und dicke» User

Tiktoks Moderationsregeln sind eigentlich geheim. Nun sind aber interne Dokumente aufgetaucht, die aufzeigen, was erlaubt ist und was nicht.

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Tiktok hat seine Moderatoren angewiesen, Videos von Nutzern, die zu dick oder zu hässlich sind, zu moderieren und zu zensieren. Das geht aus einem internen Dokument hervor, das Theintercept.com veröffentlicht hat. Darin ist festgehalten, welche Art von Videos den rund 800 Millionen Nutzern, die monatlich Tiktok-Clips schauen, vorenthalten werden soll.

Im Detail heißt es im Dokument, dass «abnormale Körperformen, Dicke und Leute mit Bierbäuchen und zu dünne Menschen» von den Moderatoren gefiltert werden sollen. Darüber hinaus sollen keine «hässlichen Gesichter oder Gesichtsdeformationen» gezeigt werden. Ebenfalls dürfen Videos keine schäbigen Hintergründe wie Slums oder ländliches Gefilde aufweisen. Alle Videos, die diese Elemente enthalten, dürfen nicht auf der «For You»-Page gezeigt werden.

Gegen Mobbing

Diese Regelungen werden im Dokument wie folgt erklärt: «Anders als bei abwechslungsreichen Inhalten ist hier der Charakter der einzige Fokus des Videos. Falls dessen Aussehen oder seine Umgebung nicht gut aussieht, erscheint das Video weniger attraktiv und wird neuen Nutzern nicht vorgeschlagen.»

Josh Gartner, Mediensprecher von Tiktok, hat gegenüber Theintercept.com ausgesagt, dass die meisten dieser Richtlinien entweder nicht mehr in Gebrauch seien oder in gewissen Fällen gar nie umgesetzt wurden. Des Weiteren seien solche Regelungen vor allem dazu gedacht, Mobbing auf der Plattform zu verhindern. Weshalb keines der veröffentlichten Dokumente auf Mobbing hinweist, lässt er allerdings offen.

Regelungen unklar

Ein zweites Dokument, das ebenfalls veröffentlicht wurde, widmet sich den Richtlinien von Live-Streams auf Tiktok. Auch hier wird klar festgelegt, was erlaubt ist und was nicht. So darf es beispielsweise nicht zur Diffamierung von Beamten, Politikern oder religiösen Anführern kommen. Auch die Familien der genannten Personen sind geschützt. Es ist ebenfalls nicht erlaubt, Polizeimanöver zu filmen oder die «nationale Ehre zu verletzen».

Wer einen Video-Clip auf Tiktok hochlädt, der daraufhin von den Moderatoren gesperrt wird, darf aber nur wenig Hoffnung darauf haben, den Grund für die Zensur zu erfahren. Die meisten Regelungen, die eine Löschung erfordern, sind bei Tiktok geheim. Außerdem ändern sie sich laut Aussagen von anonymen Tiktok-Mitarbeitern und Moderatoren ständig.

Nicht die ersten Vorwürfe

Erst vor Kurzem fand sich Tiktok dem Vorwurf ausgesetzt, dass es Videos je nach Hautfarbe der Nutzer filtere. Folgt eine Person einem dunkelhäutigen Tiktoker, werden in der Folge mehr dunkelhäutige Personen vorgeschlagen, behauptete ein Wissenschaftler der UC Berkeley School of Information. Ähnlich verhalte es sich mit asiatischen oder älteren Personen. Tiktok wies diesen Vorwurf aber zurück.

(L'essentiel/doz)

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