Neu in Europa

22. Oktober 2020 12:57; Akt: 22.10.2020 13:10 Print

Tinder war gestern – jetzt kommt Facebook Dating

Momentan ist es schwierig, neue Bekanntschaften zu schließen oder Dates zu finden. Facebook möchte dies seinen Nutzern erleichtern – und lanciert Facebook Dating.

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Dating-Apps wie Tinder oder Badoo gibt es mittlerweile unzählige. Dennoch möchte nun ein großer Player mit den bereits bestehenden Plattformen in Konkurrenz treten. So lanciert Facebook heute in ganz Europa den neuen Service Facebook Dating.

In den USA gibt es die Plattform bereits seit rund einem Jahr – und scheint sie gut zu funktionieren. So wurden laut der Facebook-Produkte-Managerin Kate Orseth bereits 1,5 Milliarden Matches über Facebook Dating geformt. «Jetzt freuen wir uns, das Produkt auch nach Europa bringen zu können», so Orseth.

Kein Swipen

Um die Datingplattform nutzen zu können, muss keine separate App installiert werden. Der Dienst wird direkt in die bereits bestehende Facebook-App integriert werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass nun jeder Facebook-Nutzer automatisch für Facebook Dating angemeldet ist. Der User muss sein Datingprofil auf eigene Initiative aktivieren, wenn er dies denn möchte. Einzige Voraussetzung ist, dass der Nutzer 18 Jahre oder älter ist.

Im Datingprofil selbst können die Vorlieben und Suchkriterien individuell festgelegt werden. Anschließend werden einem Profile vorgeschlagen, von welchen der Facebook-Algorithmus aufgrund der eigenen Interessen und des Facebook-Profils glaubt, dass sie zu einem passen könnten.

Im Gegensatz zu Apps wie beispielsweise Tinder gibt es allerdings keine Swipe-Funktion. Außerdem muss nicht auf einen gemeinsamen Match gewartet werden, um eine Konversation mit einer Person starten zu können. Wenn einem ein bestimmtes Profil oder Foto besonders ins Auge sticht, kann man auf dieses direkt einen Kommentar hinterlassen oder es liken.

«Geheimer Schwarm»

Wer nun allerdings befürchtet, dass alle seine Facebook-Freunde plötzlich Zugriff auf das eigenen Datingprofil bekommen, kann beruhigt werden. «Wir verbinden die Nutzer ausschließlich mit Profilen außerhalb ihres sozialen Umfelds», erklärt Orseth. Ein Facebook-Freud oder Instagram-Follower wird einem also niemals als Match vorgeschlagen. Außerdem kann man selbst auswählen, ob man Freunden von Freunden Einblick in sein Datingprofil gewähren möchte oder nicht.

Einzige Ausnahme für diese Regel sind die sogenannten «Secret Crushes» oder «geheimen Schwärme». Gibt es eine Person in der Facebook-Freundschaftsliste oder unter den Instagram-Followern, für die man schon lange insgeheim schwärmt, kann man diese als «geheimen Schwarm» festlegen. Diese Person erhält daraufhin die anonyme Nachricht, dass sie jemand zu seinen «Secret Crushes» hinzugefügt hat. Fügt diese Person nun jemanden zu ihren «geheimen Schwärmen» hinzu, der dies seinerseits ebenfalls getan hat, wird das Geheimnis gelüftet, und die beiden Profile werden sich gegenseitig angezeigt. Auf Facebook Dating ist es möglich, bis zu neun «Secret Crushes» festzulegen.

Interessen und Werte

Abgesehen davon gibt es nicht viele Überlappungen, was das Datingprofil und das normale Facebook-Profil angeht. Allerdings steht es einem Nutzer frei, bestimmte Gruppen oder Events, denen er angehört, für sein Datingprofil freizuschalten. Tut man dies, werden einem künftig auch Matches aus diesen Gruppen von Mitgliedern angezeigt, die die Datingoption ebenfalls freigeschaltet haben.

«Wir haben im Austausch mit unseren Nutzern herausgefunden, dass gemeinsame Interessen und Werte an erster Stelle stehen, wenn es darum geht, ein mögliches Date zu finden», so Orseth. «Daher haben wir bei Facebook Dating großen Wert auf diese Indikatoren gelegt.»

Einfache Video-Calls

Natürlich sei ihnen auch bewusst, dass die Datingszene momentan vor großen Herausforderungen steht. «Da wir in der Erfahrung aber gesehen haben, dass die Leute nach wie vor ein großes Bedürfnis nach sozialen Kontakten und neuen Bekanntschaften haben, wollten wir ihnen die Möglichkeit bieten, virtuelle Dates zu vereinbaren», erklärt Orseth. So ist es innerhalb der Datingplattform ganz einfach möglich, einen Videoanruf zu starten.

Ab Donnerstag, 22. Oktober, ist Facebook Dating in Europa erhältlich. Die Funktion ist gratis und wird laut der Kommunikation des Unternehmens auch in Zukunft keine Paywall beinhalten. Außerdem ist auf dem Datingservice keine Werbung zu sehen. Das Facebook-Dating-Profil kann mit einem bestehenden Instagram-Account verlinkt werden, von welchem aus auch Stories oder Bilder geteilt werden können.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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