Handelskrieg

03. Juni 2019 07:30; Akt: 03.06.2019 07:33 Print

Trump-​​Steuern könnten PS5 teurer machen

Der Handelskrieg zwischen den USA und China trifft auch die Gamebranche. Käufer der neuen Playstation 5 dürften das zu spüren bekommen.

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Mit täglichen Drohungen, neuen Wendungen und zweifelhaften Versprechungen beschert der schwelende Konflikt um Handelszölle zwischen den beiden Großmächten USA und China derzeit nicht nur Anlegern schlaflose Nächte, denn die Folge von Zöllen auf bestimmte Produkte aus den jeweiligen Ländern trifft auch die Gamebranche. Und das nicht nur wegen Grafikkarten.

Tatsächlich könnten auch Spielkonsolen, Controller, Brettspiele und Arcade-Geräte für amerikanische Konsumenten künftig deutlich teurer werden, denn der Handelsbeauftragte der USA setzt sich dafür ein, dass auf besagten Gütern ein Zoll von 25 Prozent erhoben wird, sofern diese aus China kommen. Die neuen Trump-Zölle würden unter anderem dazu führen, dass betroffene Firmen die Mehrkosten mit Preiserhöhung direkt beim Kunden zurückholen könnten.

Konsolen im Fokus

Leere Drohungen sind das nicht. Bei manchen Grafikkarten der Branchenführer Nvidia und AMD haben die USA bereits einen Zollaufschlag von 10 Prozent eingeführt. Dieser Entscheid hat einen Einfluss auf den Preis von Spielkonsolen – je nachdem, welche Hardware bei Sony und Microsoft zum Einsatz kommt. Sony etwa hat bereits bekannt gegeben, dass sie auf eine CPU von AMD und eine Grafikkarte des Chip-Hersteller setzen wollen.

Definitiv beschlossen wird der angedrohte Zoll für Konsolen, Controller und Brettspiele am 17. Juni. Das ist nur wenige Tage nach der wichtigsten Branchenmesse, der E3 in Los Angeles. Bereits in den darauf folgenden Tagen könnten die Preiszuschläge erhoben werden. Ob das allerdings der Fall sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Dennoch: Der Release der PS5 und eine neue Xbox stehen vor der Tür. Sollten die Trump-Zölle auf den Endkonsumenten abgewälzt werden, hieße das: US-Amerikaner werden für die neuen Konsolen deutlich mehr bezahlen müssen. Bei einem – wie vermutet – ohnehin schon saftigen Verkaufspreis kann das dazu führen, dass sich der eine oder andere Gamer die Anschaffung nicht leisten können wird oder sie verschiebt.

Immer neue Konflikte

Dass der Handelskrieg auf einen neuen Höhepunkt zusteuert, merkt man aber nicht nur an angedrohten Taxen. Auch die Unterhaltungsindustrie rückt mehr und mehr in den Fokus des Konflikts. So konnte man die letzte Folge von «Game of Thrones» in China nicht legal anschauen. Bei Tencent Video, jenem Streamingdienst, der in China die Rechte zur Ausstrahlung von HBO erworben hat, war es nicht möglich, das Finale zu streamen, weil die chinesische Regierung das offenbar verboten hatte.

Der Hintergrund ist auch da der Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten. Dieser hat sich in den vergangenen Wochen weiter intensiviert. China wirft den USA vor, unrealistische Erwartungen an eine Einigung zu haben. Nicht nur die Game-Industrie hofft inständig, dass der Konflikt in naher Zukunft gelöst wird – ohne dass es zu einem Wettrennen mit immer höheren Taxen auf bestimmten Produkten kommt.

(L'essentiel/srt)

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