Wegen Sexismus

25. September 2020 18:07; Akt: 25.09.2020 18:47 Print

Twitch zieht Montana Black den Stecker

Spannen vom Balkon und sexistische Kommentare auf der Straße: Der Streaming-Star Marcel Eris wurde auf der Streamingplattform Twitch vorerst gesperrt.

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Diesen Hinweis finden Nutzer derzeit anstelle des Twitchkanals von Montana Black. (Bild: Twitch)

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«Es tut uns leid. Dieser Inhalt ist nur verfügbar, wenn du eine Zeitmaschine hast», heißt es auf der Streaming-Plattform Twitch. Der Account des Streamers MontanaBlack, der eigentlich Marcel Eris heißt, ist gesperrt. Medien hatten zuvor berichtet, dass der 32-Jährige aus Buxtehude im Urlaub auf Malta aus Spaß verschiedene sexistische Inhalte auf seinem Twitch-Account geteilt habe.

In einem Video filmt er auf der Straße und kommentiert das Aussehen der Frauen unter anderem mit Grunz-Lauten. In einem anderen fotografiert er vom Balkon seines Hotelzimmers eine in der Ferne posierende Frau und kommentiert ihren Körper mit derben Sprüchen. «Ja, guck doch mal hier her. Komm mal runter hier auf mein Zimmer, ich hab noch ein Bettchen frei», protzt er anschließend und endet mit «Spaß beiseite» - ist das noch Spaß?

Reaktion auf Twitter

MontanaBlack findet schon. «In dem Moment war's halt «lustig» und niemand sollte oder wurde dadurch «belästigt» aus meiner Wahrnehmung in dem Moment», twitterte er. Für Leute, die seinen «Humor» nicht kennen, sei sein Verhalten vielleicht etwas verwirrend. Der Streaming-Star ist bekannt für seine direkte Art.

Doch nicht nur Teile seiner Community, sondern auch die Plattform schien diesen Humor nicht ganz zu verstehen. Twitch sperrte Eris, wie er selbst auf Twitter verkündete. «33 Tage Pause ist die Resonanz auf mein dummes und fragwürdiges Verhalten seitens Twitch». Zuvor zeigte er mehrmals in seinen Posts Einsicht: «Es tut mir leid. In mir ist der Wunsch nach Frieden und Liebe für alle. Mein Verhalten und mein Kopf machen leider gelegentlich das Gegenteil. Arbeite dran. Versprochen.»

Community glaubt nicht an Verhaltensänderung

Die Community sieht das teilweise anders: «Sexismus wird salonfähig gemacht und relativiert», heißt es zum Beispiel in einem Tweet. «Reflektieren wirst du wie immer nichts», twitterte ein User. «Du lernst nicht aus den Situationen und hast jetzt nur ein «Statement» verfasst um Schadensbegrenzung zu betreiben.»

Der Nutzer spielt wohl auf Vorfälle in der Vergangenheit an. Nach Angaben der Tageszeitung Der Standard wurde der Twitch-Star bereits zwei Mal gesperrt. Er habe in einem Stream unter anderem rassistische Kommentare von sich gegeben.

Marcel Eris folgen über drei Millionen Menschen auf der Plattform Twitch. Bekannt geworden ist er damit, dass er sich dort beim Videospielen und kommentieren gefilmt hat.

(L'essentiel/DPA)

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