Mia san mia

01. Juli 2018 14:45; Akt: 01.07.2018 14:45 Print

Uli Hoeneß stoppt Bayern Münchens E-​​Sport-​​Pläne

Alle wollen ein Stück vom immer lukrativeren E-Sport-Kuchen. Nur im traditionsbewussten München hat der Präsident kein Gehör für modernes Zeugs.

Ohne den FC Bayern: E-Sport-Turniere mit «Fifa 19». (EA)

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Uli Hoeneß war schon immer ein Dickkopf. Der allmächtige Präsident des FC Bayern München nimmt kein Blatt vor den Mund, als Bundesliga-Polterer war er jahrelang für saftige Auseinandersetzungen mit allem und jedem bekannt. Erst seit seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ist der ehemalige Spitzenfußballer ruhiger geworden.

Für Machtworte innerhalb des Vereins ist er jedoch immer noch gut. So hat Hoeneß laut Bild höchstpersönlich sein Veto gegen eine geplante E-Sport-Abteilung beim FC Bayern München eingelegt. Seiner Meinung nach passt E-Sport nicht «zum Grundverständnis und zur Tradition des FC Bayern München».

Mia san mia

Typisch Bayern, typisch Hoeneß, möchte man sagen. Mit seinem «Mia san mia»-Anspruch hat der Verein Sturheit quasi zum Vereinsmotto gemacht. Zumal der Vorstoß der Münchener fix geplant war: Mit 5 Millionen Euro Budget hätte man den Markt tüchtig aufmischen und erfolgreiche E-Sport-Cracks einkaufen können. Sogar Räumlichkeiten im neuen Nachwuchsleistungszentrum der Bayern sollen bereits reserviert worden sein.

Allerdings war das Ziel nicht nur «Fifa»-Turniere, wie es für einen Fußballclub auf der Hand liegen würde. Im Fokus für die bayrischen E-Sportler standen auch Turniere für Shooter-Games wie «Fortnite», «League of Legends» oder «Dota 2». Der Vorteil: das höhere Preisgeld. Beim WM-Finale von «League of Legends» etwa gab es 4,2 Millionen Euro zu gewinnen. Damit werden die Bayern vorerst nichts zu tun haben.

Andere machen vorwärts

Hoeneß ist indes nicht der einzige Prominente im deutschen Fußball, der dem E-Sport kritisch gegenübersteht. Auch der oberste Fußballbeamte Deutschlands, DFB-Boss Reinhard Grindel, ist ein erklärter Gegner der Wettkampf-Zockerei. «E-Sport ist kein Sport», sagte Grindel – und er wolle keine Spiele fördern, in denen «Kinder auf andere schießen».

Den Aufstieg der immer lukrativeren E-Sports-Turniere verhindern können sie jedoch kaum. Selbst innerhalb des Vereins konnte sich Hoeneß nicht gegen die Basketballer des FC Bayern durchsetzen, sie gründeten im April ein Team für «NBA 2K»-Turniere. Ihren ersten Auftritt haben die E-Basketballer der Bayern an der Kölner Gamescom im August.

Auch BVB skeptisch

Im Fußball wird in Sachen E-Sport so oder so die nächste Stufe gezündet. Die Bundesligisten Schalke 04, VfL Wolfsburg, RB Leipzig, Hertha BSC Berlin, Bayer 04 Leverkusen, VfB Stuttgart und der 1. FC Nürnberg haben allesamt E-Sport-Teams gegründet. Aus der Schweiz kämpft der FC Basel bei großen Turnieren mit.

Allerdings: Auch Borussia Dortmund macht (vorerst) nicht mit, BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht es ähnlich wie sein Kollege Uli Hoeneß. Für einmal sind die beiden Liga-Alphatiere also gleicher Meinung. Doch man darf gespannt sein, wie lange sich die beiden deutschen Top-Vereine dem E-Sport-Trend noch verwehren können.

(L'essentiel/srt)

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