Insta-Hoax

23. August 2019 08:55; Akt: 23.08.2019 08:59 Print

Unsinniger Kettenbrief geht wegen Promis viral

Promis mit Millionen von Followern teilen auf Instagram gerade den gleichen Beitrag mit viel Text. Blöd nur: Das Ganze ist ein Schwindel.

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Die «Avengers»-Schauspielerin Zoe Soldana (7 Millionen Follower), die Sängerin Pink (6,7 Millionen Follower), Schauspieler Rob Lowe (eine Million Follwer), Sänger Usher (8,2 Millionen Follower) und Dutzende andere Promis und Politiker haben in den letzten Stunden auf Instagram den gleichen Beitrag geteilt.

In dem Post ist die Rede davon, dass die Betreiber der Plattform «deine gelöschten Beiträge und Nachrichten öffentlich machen und vor Gericht nutzen dürfen». Mit dem Teilen der Nachricht wollen die Insta-Nutzer dem widersprechen. Doch: «Es ist eine Falschmeldung», wie eine Sprecherin von Facebook gegenüber Theverge.com sagt. Man habe keine Pläne, diese Woche größere Änderungen an den Datenschutzrichtlinien vorzunehmen.

Kettenbriefe à gogo

Solche sogenannten Hoaxes oder auch Kettenbriefe sind nichts Neues. Praktisch Wort für Wort identische Beiträge gingen bei Facebook schon in den Jahren 2015 und 2012 viral. Auf vielen anderen Plattformen kursierten abgeänderte oder sehr ähnliche Versionen. Solch unsinnige Kettenbriefe gab es auch schon im letzten Jahrhundert. 1999 versprach zum Beispiel ein E-Mail, dass der Microsoft-Gründer Bill Gates Geld an Leute verteilen würde, die das Mail weiterschickten.

Einige Nutzer, die den obigen Hoax auf Instagram ursprünglich teilten, haben ihn mittlerweile gelöscht. Manche gestehen ihren Fehler sogar ein. Bei anderen ist er nach wie vor auf ihrem Profil vorhanden.

Grund für die Verbreitung

Wieso aber haben solche Hoaxes überhaupt eine solche Resonanz in den sozialen Medien? Es gibt einen einfachen Grund dafür, erklärt Vice.com. «Die Nutzer wissen oftmals nicht, wie die Plattformen, die sie nutzen, wirklich funktionieren und wie diese mit den Daten der Nutzer umgehen.» Das liege vor allem auch daran, dass die AGB der Plattformen lang und kompliziert seien und sie niemand wirklich durchlese.

Sehr vereinfacht gesagt, passiert Folgendes mit Daten auf der Fotoplattform: Als Nutzer erlaubt man dem Betreiber, die Verbreitung seiner Inhalte. Das ist notwendig, damit zum Beispiel Fotos anderen Nutzern angezeigt werden können. Man gewährt der Plattform eine Lizenz für die Nutzung, bleibt laut den AGB aber deren Besitzer.

Weiter nutzt Instagram die Daten, die mit Beiträgen verknüpft sind für Werbung. Dazu gehören Bildunterschriften, Hashtags und Standortdaten. Auch werden Cookies und Pixel-Tracker an andere Firmen verkauft. All diese Daten werden für Werbung genutzt. Mit der Nutzung der Plattform stimme man dieser Art von personalisierter Werbung zu, erklärt Vice.com.

(L'essentiel/tob)

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