Nach Datenskandal

04. Juli 2018 22:03; Akt: 04.07.2018 22:03 Print

US-​​Behörden nehmen Facebook unter die Lupe

Die US-Behörden konzentrierten sich bei den Ermittlungen zum Facebook-Datenskandal anfangs auf Cambridge Analytica. Doch inzwischen steht auch das weltgrößte Online-Netzwerk selbst im Fokus.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg muss sich nun auch auf eine härtere Gangart in den USA einstellen. (Bild: kay Nietfeld)

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Im Datenskandal um Cambridge Analytica nehmen amerikanische Ermittler nun verstärkt auch Facebook ins Visier. Justizministerium und FBI hätten ihre Ermittlungen auch auf Facebook ausgeweitet und die Börsenaufsicht SEC prüfe die öffentlichen Stellungnahmen des Online-Netzwerks, wie das Unternehmen der Washington Post und der New York Times bestätigte. Die auf Verbraucherschutz ausgerichtete Handelsbehörde FTC prüft bereits seit einiger Zeit, ob Facebook eine Verpflichtung zu strikterem Datenschutz aus dem Jahr 2011 verletzt hat.

Facebook hatte bereits Ende 2015 erfahren, dass der Cambridge-Professor Aleksandr Kogan Nutzer-Daten aus einer Umfrage an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben hatte. Das Online-Netzwerk gab sich damals jedoch zufrieden mit der Zusicherung, dass die Daten gelöscht worden seien und informierte die betroffenen Nutzer nicht. Diese Entscheidung sei ein Schwerpunkt der Untersuchungen, berichtete die Washington Post.

Aufmerksamkeit wechselt

Die Ermittler wollten wissen, was genau Facebook damals bekannt war und warum Anwender und Investoren nicht unterrichtet wurden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Sie suchten auch nach Unstimmigkeiten in jüngsten Darstellungen und nähmen dafür auch die zehnstündige Anhörung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg im US-Kongress unter die Lupe.

Facebook betont stets, Kogan habe das Online-Netzwerk getäuscht und die Daten statt der angegebenen wissenschaftlichen Nutzung weiterverkauft. Kogan kontert, in den Nutzungsbedingungen seiner Umfrage-App sei eine kommerzielle Verwertung der Daten erwähnt worden. Die Ermittler schauen sich der Washington Post zufolge nun genauer an, welche Daten und zu welchen Bedingungen Facebook aus der Plattform sammeln ließ. Die US-Behörden hatten sich zunächst vor allem auf Cambridge Analytica fokussiert. In den vergangenen vier bis sechs Wochen hätten sie ihre Aufmerksamkeit aber auch stärker auf Facebook gelenkt, berichtete die New York Times.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Netscape am 05.07.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    T'ja dann bleibt ja nur noch den selben Weg wie einst Napster zu nehmen. Heute gibt's immer noch Napster, doch mit dem Napster der ersten Stunde hat dieser nichts mehr zu tun. Vielleicht wird es weiter FB geben, aber unter welcher Form...? Denn die meisten 'user' sind sich heute einig zu sagen, dass FB eher Zerstört als Verbindet. Dabei war die Idee Anfangs nicht mal so schlecht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Netscape am 05.07.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    T'ja dann bleibt ja nur noch den selben Weg wie einst Napster zu nehmen. Heute gibt's immer noch Napster, doch mit dem Napster der ersten Stunde hat dieser nichts mehr zu tun. Vielleicht wird es weiter FB geben, aber unter welcher Form...? Denn die meisten 'user' sind sich heute einig zu sagen, dass FB eher Zerstört als Verbindet. Dabei war die Idee Anfangs nicht mal so schlecht...