Nach Datenpanne

01. April 2020 11:32; Akt: 01.04.2020 11:48 Print

US-​​Staatsanwälte mahnen Zoom zu mehr Sicherheit

Telefon- und Videokonferenzen sind in diesen Tagen allgegenwärtig. Der US-Dienst Zoom ist wegen mangelnder Privatsphäre seiner Nutzer ins Visier der Justiz geraten.

storybild

Die Videokonferenzanwendung «Zoom» wird derzeit für ihren Datenschutz kritisiert. (Bild: DPA/Anthony Anex)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Datenschutz beim Telekonferenz-Dienst Zoom, dem die Coronavirus-Krise viele neue Nutzer brachte, ist ins Blickfeld der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft geraten. Behördenchefin Letitia James forderte beim Unternehmen Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzer-Daten und Privatsphäre ein, wie die New York Times am Dienstag berichtete. Zoom erklärte der Zeitung in einer ersten Reaktion, man werde die geforderten Informationen bereitstellen.

Zoom geriet in den vergangenen Tagen immer wieder in die Kritik. So fiel vergangene Woche auf, dass die iOS-App des Dienstes einige Informationen über das benutzte Gerät an Facebook übermittelte - etwa Modell, freien Speicherplatz und Display-Größe. Zoom erklärte dies mit der Funktionsweise von Facebooks Software-Werkzeugen, die zur Umsetzung einer Login-Funktion verwendet wurden, und entfernte die Datenweitergabe. Die Sache brachte Zoom aber bereits eine Verbraucherklage in Kalifornien ein.

Fremde kapern Gespräche

Ärger gibt es auch um das sogenannte «Zoombombing» - wenn Telekonferenzen nicht auf privat geschaltet wurden, können sich auch Fremde in sie einwählen, sofern die den entsprechenden Link in die Hände kriegen. In den USA beklagten sich Schulen darüber, dass in den Unterricht Unbekannte hereinplatzten und Schimpfwörter riefen oder Nazi-Symbole zeigten. Am Montag mahnte die Bundespolizei FBI die Nutzer, den Zugang zu Telekonferenzen einzuschränken.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich die New Yorker Generalstaatsanwältin angesichts der sprunghaft gestiegenen Nutzung «besorgt, dass die bisherigen Sicherheitspraktiken von Zoom nicht ausreichend sind», zitierte die New York Times aus dem Brief. Die Firma versicherte in einem Blogeintrag am Montag, dass sie keine Nutzerdaten verkaufe und keine Telekonferenzen überwache. Die New Yorker Staatsanwaltschaft äußerte sich am Dienstag zunächst nicht zu dem Schreiben.

Zoom diente bisher fast ausschließlich Videokonferenzen von Unternehmen, in der aktuellen Krise explodierte aber nicht nur die Nutzung für Heimarbeit, sondern auch zum Lernen und in der privaten Kommunikation.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.