Kinderfoto

18. Oktober 2021 17:06; Akt: 18.10.2021 17:09 Print

Vater teilt altes Foto – nun droht ihm Gefängnis

Ein 59-jähriger Mann hat auf Whatsapp ein altes Nacktbild seines Sohnes geteilt. Dieser gab dafür gar sein Einverständnis. Dann schaltete sich die Polizei ein.

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Die Polizei ermittelt gegen einen 59-jährigen Mann aus Bayern. Der Vater hatte letzte Woche auf Whatsapp ein Bild seines Sohnes geteilt. Zu sehen war der sechsjährige Junge mit entblößtem Unterkörper. Er saß mit gespreizten Beinen auf dem Sofa und spielte mit seinen Geschlechtsteilen. Neben ihm saß ein Mann, der nur eine Unterhose anhatte und den Arm um die Schulter des Jungen legte.

Eine Frau, die das Statusbild bei Whatsapp sah, wandte sich daraufhin an die Polizei. Wegen des Verdachts auf einen möglichen sexuellen Missbrauch nahmen die Behörden die Ermittlungen auf. Die Polizei führte darauf in der Wohnung des Mannes eine Razzia durch. Allerdings wurden dabei auf dem Handy, dem PC oder sonst in der Wohnung keine weiteren strafrechtlich relevanten Bilder gefunden, schreibt die Polizei.

Bild ist 15 Jahre alt

Schließlich wurde geklärt, wie das Foto auf Whatsapp landete. Der zunächst im Raum stehende Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern hat sich nicht bestätigt, schreibt die Website Mimikama.at. Das Bild wurde bereits vor 15 Jahren gemacht. Es zeigt den heute 59-jährigen Vater mit seinem damals sechsjährigen Sohn. Der heute erwachsene Sohn stolperte vor kurzem wieder über das Bild und schickte es als Kindheitserinnerung seinem Vater. Dieser wiederum fand am Foto ebenfalls gefallen und teilte es – in Absprache mit seinem Sohn – als Status bei Whatsapp.

Dabei machte sich der Mann offenbar keine weiteren Gedanken, bis die Polizei bei ihm klingelte. Denn für ihn hat das Foto nun auch rechtliche Konsequenzen. Seit dem 1. Juli 2021 ist in Deutschland ein neues Gesetz in Kraft, das eine Verschärfung bei den Strafen für Kinderpornografie mit sich bringt. Der 59-Jährige soll deshalb wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte verantwortlich gemacht werden. Ihm droht eine Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren, schreibt Mimikama.at.

Beim Teilen von Inhalten wie Texten, Fotos und Videos auf sozialen Medien sollte man sich stets der Tragweite seines Handelns bewusst sein. «Auch wenn keine böse Absicht im Vordergrund steht, sollte man sich jeweils genau überlegen, welche möglichen Auswirkungen Inhalte haben und wie diese von anderen interpretiert werden können», schreibt Mimikama.at.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dan3 am 18.10.2021 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Autsch. Gibt dennoch 1 Jahr Knast da es das Mindeststrafmaß ist. Wenn Gesetze so sehr übers Ziel hinaus schießen, sollte mann sie umformulieren oder angemessene Ausnahmen vorsehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dan3 am 18.10.2021 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Autsch. Gibt dennoch 1 Jahr Knast da es das Mindeststrafmaß ist. Wenn Gesetze so sehr übers Ziel hinaus schießen, sollte mann sie umformulieren oder angemessene Ausnahmen vorsehen.

    • Kaabes am 20.10.2021 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig! Nirvana hat ja im Moment ein ähnliches Problem...Lächerlich!

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