Beliebter Messenger

26. Oktober 2020 15:08; Akt: 26.10.2020 15:07 Print

Whatsapp plant «radikales» Update

Der Messenger Whatsapp will so werden wie das chinesische Wechat. Whatsapp-Nutzer sollen künftig über die App einkaufen und auch bezahlen können. Ein Experte äußert seine Bedenken.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Shoppen über Whatsapp? Das soll bald schon Realität werden. Die handgenähte Stoffmaske aus dem Internet oder die Geburtstagstorte für Mama vom Bäcker nebenan: All das und viel mehr sollen Nutzer von Whatsapp in Zukunft über den Messenger bestellen und bezahlen können. Whatsapp zählt über zwei Milliarden Nutzer – für Facebook, der Betreiber der App, dürfte dies also zu einem lukrativen Geschäft werden. Denn künftig werden Geschäftskunden zur Kasse gebeten, wie es in einem Blogeintrag heißt.

Der Whatsapp-Geschäftsführer Matt Idema sagt, die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass Firmen schnelle und effiziente Wege brauchen, um Kunden zu bedienen und Verkäufe zu tätigen. «Whatsapp ist in dieser Zeit zu einer einfachen und bequemen Ressource geworden.» Nun gelte es, den Service auszubauen. Dass Whatsapp zu einer kommerziellen Plattform wird, zeichnete sich indes schon länger ab. Denn Facebook hat für die App im Jahr 2014 rund 19 Milliarden Dollar hingeblättert.

Wechat als Vorbild

Als Vorbild für das große Whatsapp-Update dürfte das chinesische Wechat gedient haben. Bei uns ist die App zwar nicht sehr bekannt, in Asien aber übermächtig. Einen Termin beim Friseur buchen oder mal schnell eine 3800 Euro teure Dior-Tasche kaufen? Bei Wechat kein Problem. Das schnelle Bezahlen per Wechat in kleinen Läden? Kein Problem. Das allumfassende Angebot von Wechat ist wohl auch ein Grund, weshalb Nutzer in China ein Drittel ihrer Online-Zeit mit der App verbringen.

Zwar ist Whatsapp beliebt, aber auf einem solch hohen Nutzungs-Niveau wie Wechat dürfte die App von Facebook noch nicht sein. Doch das Potenzial wurde wohl erkannt. Dass Nutzer per Whatsapp künftig shoppen können, sorgt bei einigen für Kritik. «Radikales Update bestätigt: Hat Facebook Whatsapp kaputt gemacht?» titelt das US-Wirtschaftsmagazin Forbes. Der Autor und Cybersecurity-Experte Zak Doffman glaubt, dass die Dienste Instagram, Facebook und künftig eben auch Whatsapp noch näher zusammenrücken und damit die Privatsphäre der Nutzer leiden könnte.

«Alternativen suchen»

Facebook sagt, man wisse, dass die meisten Nutzer Whatsapp weiterhin nur zur Kommunikation mit Freunden und Familie nutzen werden. «Deshalb werden wir für diesen Bereich weiterhin spannende neue Funktionen entwickeln und die privaten Gespräche unserer Nutzer jederzeit bestmöglich schützen», heißt es.

Das geplante Shopping-Update sei für die meisten Nutzer wohl kein Anlass zur Sorge, doch für diejenigen, die eine saubere Benutzeroberfläche und eine unbelastete Plattform wollen, wird das ein Problem sein, schreibt Forbes. Darum sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, Alternativen zu Whatsapp zu prüfen, so die Experten. Zu empfehlen sind hier zum Beispiel die Apps Signal und Threema.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.