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16. Mai 2019 10:12; Akt: 16.05.2019 10:31 Print

Wie das Streaming von Musik dem Klima schadet

Weil viele von uns online Musik hören, müssen weniger physische Tonträger produziert werden. Doch für die Umwelt hat das Modell einen entscheidenden Nachteil.

Musik wird erst seit einigen Jahren gestreamt. Früher sah dies anders aus. Ein kleiner Abriss der Musikindustriegeschichte. (Video: V. Hug)

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Noch nie mussten wir weniger für Musik bezahlen als heute. Gleichzeitig waren die Umweltauswirkungen des Musikhörens noch nie größer als jetzt. Das ergab die Studie «The Cost of Music» der University of Glasgow und der University of Oslo. Wie kommt das?

Weniger Kunststoff

Dank Musikstreamingdiensten wie Spotify, Apple Music, Youtube, Amazon oder Pandora ist die Kunststoffproduktion in der Musikindustrie zurückgegangen. Im Spitzenjahr der Vinylproduktion 1977 wurden jährlich 58 Millionen Kilogramm Kunststoff verbraucht. 1988, als die Kassette ihren Höhepunkt feierte, verbrauchte die Industrie 56 Millionen Kilogramm. Im CD-Jahr 2000 stieg der Wert gar auf 61 Millionen Kilogramm an.

Dann setzte die Trendwende ein. Bis ins Jahr 2016 fiel die benötigte Menge an Kunststoff auf gerade einmal noch acht Millionen Kilogramm. Auf den ersten Blick scheint das eine äußerst gute Nachricht zu sein.

Mehr Treibhausgase

Kyle Devine, Professor für Musik an der University of Oslo, und Co-Autor der Studie sagt: «Diese Zahlen könnten darauf hinweisen, dass das Herunterladen und Streamen von Musik umweltfreundlicher ist. Ein ganz anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn wir über die Energie nachdenken, die für das Online-Musikhören aufgewendet wird.»

Plastik vs. Strom

Um dies aufzuzeigen, haben die Forscher die benötigte Energie für die Kunststoffherstellung und für die Stromerzeugung für das Speichern und Streamen von Musik in Treibhausgasäquivalente umgewandelt. Die Studie zeigt, dass die Treibhausgasemission von 1977 bis 2000 nur kleinen Schwankungen ausgesetzt war, in jüngerer Zeit aber in die Höhe geschossen ist. Für 2016 wurden allein für die USA Werte von 200 bis über 350 Millionen Kilogramm geschätzt.

«Der CO2-Ausstoß ist deutlich höher als zu jedem früheren Zeitpunkt in der Musikgeschichte», sagt Dr. Devine. Der Grund dafür sei, dass man für das Streamen, Herunterladen und Sichern von Musik Geräte mit Internetanschluss brauche, die deutlich mehr Energie benötigten als andere Wiedergabegeräte.

(L'essentiel/vhu)

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